Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Treffen sich zwei. Westen und Islam (Ausgabe II/2009)

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Foto: Max Lautenschläger


Lassen Sie uns reden, über Verbindendes und Trennendes zwischen „dem Westen“ und „dem Islam“. Auch wenn wir wissen, dass es diese beiden Kulturgemeinschaften so gar nicht gibt: Wirklich gute andere Begriffe sind noch nicht gefunden für die Tatsache, dass Unterschiede bestehen zwischen säkularen und muslimisch geprägten Gesellschaften. Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan schreibt in dieser Ausgabe: „Die Menschen wähnen sich in Kulturkämpfen, wissen aber kaum noch, was eine Kultur oder Zivilisation bedeutet.“ Der „Kampf“, so Ramadan, betreffe eher oberflächliche Wahrnehmungsunterschiede als die Kulturen selbst. Man soll die Andersartigkeit nicht betonen, sagen viele, man muss über die Gemeinsamkeiten sprechen. Gute Idee. Nur: Über die Gemeinsamkeiten regt sich keiner auf, Gemeinsamkeiten machen keine Angst und werden auch nicht als Beleidigung empfunden. Gemeinsamkeiten sind etwas sehr Schönes, aber sie können nicht jeden Streitpunkt oder Zweifel in Harmonie verwandeln.

Wenn zwei sich treffen, was passiert dann – im richtigen Leben? Und wie verändern sich die Kulturen durch diese Begegnungen? Das interessiert uns in dieser Ausgabe: Die Nahost-Expertin Rosa Gosch lernt an einer Koranschule für Frauen im Jemen. Europäische Politiker suchen in der Finanzkrise nach arabischem Geld. Und islamische Gelehrte geben im Internet Auskunft, ob ein guter Muslim Tattoos tragen darf.

Treffen sich zwei ... dann beobachten, ignorieren oder berühren sie sich. Dabei kann Gutes entstehen oder Unangenehmes. Wie überall, wo Menschen zusammenkommen.



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