Heidemarie Blankenstein über Baburs Garten in Kabul

Heiße Zeiten. Wie uns das Klima verändert (Ausgabe II/2008)


Ein persischer Garten wirkt besonders durch den Kontrast zu seiner unwirtlichen Umgebung. Das zeigt sich in Kabul, wo hinter Baburs Garten Elendsviertel ansteigen, in Tarnfarben gegen die Felsrücken gesetzt.
Babur, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Mogulreich gründete, hatte Kabul zu seiner Lieblingsstadt erkoren. Hier wünschte er sich in dem ersten von ihm entworfenen Garten seine letzte Ruhe. Sein Leichnam wurde von Agra nach Kabul überführt. Jahrhundertelang war Baburs prächtiger Garten ein beliebter Picknick- und Ausflugsplatz. Von 1992 bis 1996 wurde er durch Minen und Granaten machthungriger Stammesfürsten in ein Trümmerfeld verwandelt.
Heute stellt er sich uns wieder als Symbol idyllischer Tage dar, renoviert von der Aga-Khan-Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Archäologischen Instituts. So konnte er zu neuem Leben erwachen: In seinen blühenden Apfelhainen und Rosengärten plätschern Brunnen. Familien, vereinzelt auch Pärchen ruhen auf den Rasenterrassen. Hier hat eine neue Zeit begonnen. Die Verliebten verteidigen ihre Plätze.



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