Politolympics

Heiße Zeiten. Wie uns das Klima verändert (Ausgabe II/2008)


Für das imagebewusste China ist die öffentliche Brüskierung durch den oscargekrönten Regisseur Steven Spielberg, der aus Protest gegen die Gleichgültigkeit des Landes bei der Darfur-Krise in Afrika sein Mitwirken bei der Pekinger Sommerolympiade annullierte, ein Rückschlag in den akribischen Bemühungen, die perfekten Coming-of-age-Spiele zu veranstalten.
Antoaneta Bezlova in ASIA TIMES ONLINE (Hongkong) vom 15.02.2008

Ein gewisser westlicher Regisseur war sehr naiv und wendete sich in unverständlicher Weise gegen die Pekinger Olympiade. Vielleicht war das der besondere Einfluss Hollywoods auf seinen Charakter.
THE PEOPLE’S DAILY (Peking) vom 13.02.2008

Die Verantwortlichen in Peking müssen gnädig akzeptieren, dass Menschen die Olympischen Spiele aus allen möglichen Gründen politisieren – guten, schlechten, lächerlichen und aberwitzigen. (...) Wenn China der Welt zeigen kann, wie weltoffen es ist, (...) wird der olympische Geist siegen und jede politische Effekthascherei am Spielfeldrand zurückbleiben, wo sie hingehört.
Philip J. Cunningham in INTERNATIONAL HERALD TRIBUNE vom 21.02.2008

Inmitten der internationalen Empörung über das Blutvergießen in Darfur macht sich in China (...) Frustration breit, die letzte Woche in Steven Spielbergs Entscheidung gipfelte, als künstlerischer Berater der Olympiade in Peking zurückzutreten. Und das könnte funktionieren. China habe damit begonnen, seine Position zu Darfur zu verändern, aus der diplomatischen Behaglichkeit herauszutreten, um den Sudan vorsichtig dazu zu drängen, die weltgrößte Friedenssicherungstruppe zu akzeptieren, sagen Diplomaten und Analysten.
Lydia Polgreen in THE NEW YORK TIMES vom 23.02.2008



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