Was unter unseren Füßen geschieht

von Jenny Friedrich-Freksa

Unter der Erde (Ausgabe I/2022)

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Foto: Max Lautenschläger


Menschen orientieren sich gerne nach oben: Sie bauen Hochhäuser, besteigen die höchsten Gipfel, fliegen ins All. Doch was ist eigentlich unter der Erde los? Diese Ausgabe von KULTURAUSTAUSCH interessiert sich für alles, was unter unseren Füßen geschieht: in Höhlen, Bunkern, Tunneln, und für Vorgänge in der Erde selbst.

Der britische Bildhauer Antony Gormley erzählt, was er empfindet, wenn er uralte Höhlenkunst betrachtet: „Man spürt die Gegenwart der Vergangenheit, man spürt die Höhle so, wie die Künstler sie vor 25.000 Jahren empfunden haben.“ Die indische Autorin Shumona Sinha hingegen nimmt uns in moderne Höhlen mit, in Wohnkeller unter einer indischen Metropole, in denen jene leben, die sich nichts Überirdisches leisten können. Und Luthando Mampintsha aus Südafrika berichtet von seiner Arbeit in der tiefsten Mine der Welt. Es ist dunkel unter der Erde und auch unheimlich. Hier geschehen Dinge, die von oben nicht sichtbar sind und uns dennoch beschäftigen. Einen „verlorenen Kontinent“ nennt der amerikanische Schriftsteller Will Hunt diese Welt in seinem Einleitungsessay, in dem er mit uns hinabsteigt in die Tiefen des Seins.

Tiefgründiges von der Oberfläche gibt es jenseits unseres Themenschwerpunkts zu berichten: In der Rubrik „Das Dokument“ stellen wir einen Bericht des niederländischen Kulturinstituts Dutch Culture vor, der sich mit einer fairer gestalteten internationalen Zusammenarbeit, unter anderem in der Sprachpolitik, beschäftigt. Und wir schauen nach Taiwan, aber nicht auf sein kritisches Verhältnis zu China, sondern in das kleine Künstlerviertel Treasure Hill. Dort leben ausländische und taiwanesische Kunstschaffende Tür an Tür. Viel Spaß mit dieser Ausgabe – und ein gutes, gesundes neues Jahr!



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