Stereotypenforschung

Gudrun Czekalla

Unterwegs. Wie wir reisen (Ausgabe II/2007)


Die deutsch-französischen Beziehungen sind noch immer stark von stereotypen Vorstellungen geprägt. Werden die Franzosen gern mit Wein, Esprit und Lebensart in Verbindung gebracht, so gelten Deutsche als diszipliniert und Bier als typisch deutsch. Die Autorin geht in ihrer Studie der Frage nach, ob diese Gegensätze schon immer bestanden haben oder ob sie neueren Datums sind. Dazu analysiert sie Schulbücher der Fächer Geschichte und Geographie, Artikel und Karikaturen deutscher und französischer satirischer Zeitschriften und die aktuelle Berichterstattung von Medien mit großer Breitenwirkung. Ergänzend dazu hat sie die Arbeiten sogenannter Mittler zwischen den beiden Kulturen mit herangezogen. Am Beispiel der unterschiedlichen Darstellung der Kriegs- und Friedenszeiten zwischen Deutschland und Frank-reich seit 1870 und der Wahrnehmung bedeutender Könige und Staatsmänner wie Ludwig XIV., Friedrich II., Adenauer und de Gaulle sowie der Bilder, die über Franzosen und Deutsche im jeweils anderen Land kursieren, zeichnet die Autorin die Geschichte der Stereotypen und Mentalitäten zwischen Deutschland und Frankreich nach. Ursprünglich aus Deutschland stammend, lehrt und forscht sie heute in Frankreich.

France - Allemagne. Du duel au duo, de Napoléon à nos jours. Stéphanie Krapoth. Toulouse: Editions Privat, 2005. 232 Seiten.



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