Käfer im Streichelzoo

von Akito Y. Kawahara

Das bessere Amerika (Ausgabe IV/2020)

Japanischer Nashornkäfer - Kabutomushi -

Illustration: Florilegius/Bridgeman Images


Nicht nur Käfer, sondern Insekten aller Art haben einen festen Platz in der japanischen Kultur. Schon vor Jahrhunderten wurde in Haikus über Libellen und Bienen gedichtet. Käfer erfreuen sich wegen ihres besonderen Charismas, das sie ihren Hörnern verdanken, bis heute großer Beliebtheit. Die kultigste Spezies ist der Kabutomushi – der Japanische Nashornkäfer. "Kabuto" bedeutet "Kriegerhelm" – in der Geschichte des Landes ein wichtiges Symbol.

In japanischen Kaufhäusern werden Kabutomushi für umgerechnet fünf Euro als lebende Hausgenossen verkauft. Der Nashornkäfer erscheint in Zeichentrickfilmen, auf Sammelkarten und in Videospielen. Landauf, landab werden Käfer gezüchtet. Als Haustiere werden sie, auch wenn man sie in Gefangenschaft hält, bis zu fünf Jahre alt. Züchter füttern die Larven mit Pilzen, nährstoffreicher Kost und speziellen Futtermixturen, damit sie zu besonders großen Käfern heranwachsen. Neben dem Nashornkäfer steht auch der Hirschkäfer weit oben auf der Beliebtheitsskala. Manche Arten haben Seltenheitswert: Ein Exemplar kam einmal für umgerechnet 76.000 Euro unter den Auktionshammer. Die Legalisierung des Käfer-imports 1999 und verbesserte Zuchtmethoden haben die Preise etwas gemäßigt.

Den Kabutomushi kann man an Sommerabenden auch heute noch in freier Wildbahn beim Eichensaftsaugen beobachten. Manche Hirschkäferarten hingegen sind aufgrund von Umweltveränderungen kaum mehr in ihrem angestammten Lebensraum anzutreffen.



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