Am Ende einer Odyssee

von Alberto Manguel

Das bessere Amerika (Ausgabe IV/2020)

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Als Kind reiste der Autor Alberto Manguel mit Büchern in die Ferne. Erst viel später konnte er selbst folgen. Foto: Getty Images


Während meiner Kindheit war ich vom Reisen besessen. Meine Kinderbücher waren voll davon. Reisende und Reisen faszinierten mich – zum einen, weil jeder Ausflug eine Flucht aus der Enge meiner Kindheitstage versprach, zum andern, weil der Ausgang des Abenteuers in der Zukunft lag, auf dieser letzten Seite, wo alles möglich war. Keine Ankunft schien mir das wirkliche Ende der Geschichte zu sein: Kaum von seinen Reisen zurückgekehrt, brach Gulliver wieder auf, und Alice, kaum erwacht, gab ihren Traum an die Schwester weiter, an deren statt sie ihn geträumt hatte. Schon die bloße Rundheit der Welt legt nahe, dass jede Reise stets fortgesetzt wird.

Ein Märchen, das ich als Kind sehr mochte, war das vom gestiefelten Kater mit seinen Siebenmeilenstiefeln, die es ihm ermöglichten, über Meere und Grenzen hinweg über den Erdball zu wandern. Wenn ich zurückschaue, glichen alle Reisen meines Lebens Siebenmeilenschritten. Nach dem Buenos Aires meiner Kindheit kam Spanien, weil das Schiff, das ich als Neunzehnjähriger betrat, in Algeciras anlegte; die Einladung eines Fremden, der Kafka gekannt hatte, führte mich nach Paris; von dort aus schien London ein naheliegender Halt, doch strenge Einwanderungsbeamte zwangen mich, nach Paris zurückzukehren; die Übersetzung einer Erzählung von Borges ins Englische veranlasste die Einladung eines italienischen Verlegers nach Mailand, um für ihn zu arbeiten; die Eröffnung eines Buchladens in Frankreich brachte mich nach Paris zurück; ein Kunde, der Bücher für den tahitianischen Ableger von Hachette einkaufte, bot mir die Chance, Europa den Rücken zu kehren und mich als Verleger von Reisebüchern in der Südsee niederzulassen; die Schließung des Unternehmens viele Jahre später zwang mich dazu, mich zwischen Japan (wo ein Buchdrucker mir einen Job angeboten hatte), San Francisco (wo das tahitianische Unternehmen eine Wiedereröffnung plante) und Kanada (wo zufälligerweise ein Buch von mir veröffentlicht worden war) zu entscheiden. Da ich nicht länger in einem Büro arbeiten wollte, sondern mich danach sehnte, meinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen, wählte ich Kanada. Ich war 34 Jahre alt.

Doch anders als England oder Polynesien, Japan oder Frankreich hatte Kanada in meinen Träumen keine festen Konturen hinterlassen

Kanada existierte in meiner Vorstellung nicht, bevor ich dort hinkam. Es war gelegentlich – matt und beiläufig – in meiner Lektüre aufgeschienen: in einer Erzählung von Atwood, einem Essay von Northrop Frye, einem Kapitel von Saul Bellow oder sogar deutlicher, aber immer noch unauffällig in der Jalna-Saga, die meine Tanten liebten, oder der Biografie von Graham Bell, die in der Bibliothek meines Vaters stand. Doch anders als England oder Polynesien, Japan oder Frankreich hatte Kanada in meinen Träumen keine festen Konturen hinterlassen. Wie jene Orte, deren Existenz wir aufgrund des über dem Bahnsteig prangenden Stationsnamens vermuten, den wir beim kurzen Halt unseres Zuges flüchtig erhaschen, rief das Wort „Kanada“ kein Echo hervor, beschwor keine Bilder herauf, verlieh meinem Zielhafen keine Bedeutung. Kanada war der Ort, an dem meine Verlegerin ihr Büro hatte – mehr nicht.

Ich kam mit meiner Familie am 22. Oktober 1982 am Toronto Pearson Airport an. Mein Sohn war sechs Wochen zuvor geboren worden. Als wollte er sich jeglicher noch so winzigen Vergangenheit entledigen, die er hätte in sich tragen können, und um in dieser neuen Welt von vorn zu beginnen, war seine erste Handlung nach der Landung, sich auf den Teppichboden vor dem Einwanderungsbüro zu übergeben.

Unsere erste Wohnung befand sich in der George Street, nahe der Queen Street East, gegenüber einer Kfz-Werkstatt, die einige Monate später plötzlich in Flammen stand. Es war eine winzige Bude im zweiten Stock eines schmalen Hauses mit einer Kochnische, einem kleinen Wohnraum, einem Zimmer, in dem die drei Kinder schliefen, und einem engen Zwischengeschoss, das zugleich als zweites Schlafzimmer und mein Büro diente. Aus ihrem Fenster konnten die Kinder das nachts leuchtende blaue M am Tower der Bank of Montreal sehen, das meine älteste Tochter sich der Illusion hingeben ließ, unser Familieninitial schmücke den Himmel Torontos.

Allmählich begannen wir die Stadt zu erkunden: die schäbigen, dennoch einladenden Secondhand-Läden an der Queen Street, den (uns) beeindruckenden Einkaufs­tempel des Eaton Centre, die baumgesäumten Straßen des Annex-Viertels (die mich an meine Straße in Buenos Aires erinnerten), die Wunderwelt der Harbourfront und der vorgelagerten Inseln, den Riverdale Park mit seiner Farm voller Kühe und Hühner, die ein paar Jahre später, als wir in die Geneva Avenue zogen, unsere Nachbarn wurden.

Ich vermisste das Caféleben, das ich in Argentinien und Europa gekannt hatte, die politischen Diskussionen, sogar die abenteuerliche Ungewissheit der wirtschaftlichen Lage, die späten Dinner und die lauten Straßen

Wir alle gewöhnten uns auf ganz unterschiedliche Weise an die Stadt (und an Kanada). Meine Töchter, die ihre ersten Jahre in Tahiti verbracht hatten, wo sie mit einem Haufen anderer Kinder barfuß am Strand herumtollten, entledigten sich inmitten eines Schneesturms hartnäckig ihrer ungewohnten Schuhe und steckten sich immer noch von Zeit zu Zeit eine Blume hinters Ohr. Mein Sohn hingegen spielte von klein auf im Sommer Baseball, später natürlich Hockey, und machte im Winter Schneeengel oder schlitterte auf einer Plastikscheibe den Abhang im Park hinunter. Ich vermisste das Caféleben, das ich in Argentinien und Europa gekannt hatte, die politischen Diskussionen, sogar die abenteuerliche Ungewissheit der wirtschaftlichen Lage, die späten Dinner und die lauten Straßen. Vielleicht vermisste ich all das nicht wirklich. Vielleicht fühlt sich jeder Neuankömmling bemüßigt, nostalgisch zu sein, ein Fotoalbum vor sich auszubreiten, das ihn an das erinnert, was er glaubt zurückgelassen zu haben. Die Gesichter mögen unscharf sein, die Namen nur vage erinnert, die Stimmen schwach, aber unbeirrt glaubt er: „Ich bin nicht, wie ich war unter der Herrschaft der gütigen Cinara.“

Für mich und für meine Familie war alles unbekannt. Meine Geschwister in Buenos Aires gingen den gleichen Alltagsbeschäftigungen nach wie ihre Söhne und Töchter: Sie gehörten demselben Fußballverein an und lasen dieselben Comics, sangen dieselben Kinderreime und erzählten sich dieselben Witze. Ich musste mit meinen Kindern etwas über Zambonis lernen und First Bases, über Donuts und Slurpees, über die Gefahren des Leckens an einer gefrorenen Metallstange oder des Überquerens einer Straße bei Rot, über den Moderator der Kindersendung Mr. Dressup und den Eishockeystar Wayne Gretzky – und natürlich die Namen der Premierminister und der kanadischen Provinzen „a mari usque ad mare“.

Meine Kinder hatten kaum etwas, woran sie ihre Erfahrungen messen konnten. Ich hingegen war unentwegt erstaunt über die unaufhörliche Neuheit von allem. Am Ende des fünften Buchs Mose heißt es, Gott habe Mose von der Moabiter Ebene auf den Berg Nebo geführt, von wo aus er ihm das Gelobte Land zeigte, das eines Tages seinen Kindern gehören würde, das Mose selbst aber nie betreten würde. Es wird immer irgendein Vorkommnis geben in diesem Land, das ich heute das meine nenne, ein Wort oder Ereignis, das mich plötzlich zurückzieht, und sei es nur für einen Augenblick, mich nach außen zwingt und es wieder mit den Augen eines Fremden sehen lässt – mit dem Blick aus dem Lande Moab. Das geschieht nicht oft, aber es kommt vor. Für jemanden, der in den chaotischen Welten Argentiniens, Frankreichs, Italiens, Spaniens oder Polynesiens gelebt hat, mit all ihrem ganz normalen Wahnsinn, erscheint die Höflichkeit und Fügsamkeit des kanadischen Bürgers als eine andere und bei Weitem erstaunlichere Art von Wahnsinn.

Kanadier fühlen sich zumeist furchtbar unwohl mit dem, was wir in Argentinien „Haushaltshilfe“ nennen

Während meiner ersten paar Jahre in Kanada gab es Momente, die ganz und gar irreal zu sein schienen: Kurz nach meiner Ankunft in Toronto fuhr ich inmitten eines Blizzards mit der Straßenbahn die Queen Street hinunter. An einer Haltestelle stieg ein junger Mann ein und zeigte sein Umsteigeticket. Der Fahrer beschied ihm, es sei nicht mehr gültig und er möge ein neues Ticket lösen. Der Mann lehnte ab. Der Fahrer insistierte. Schließlich riss der Mann eine Handvoll Fahrscheine aus dem Block des Fahrers und stürmte hinaus in den Schnee. Der Fahrer erhob sich, erklärte uns, er sei in ein paar Minuten zurück, und folgte dem Mann die Straße hinunter. Wir warteten schweigend. Kurz darauf kamen die beiden zurück, begleitet von einem Polizisten. Der Fahrer kletterte zurück auf seinen Sitz, und der Polizist sagte zu dem jungen Mann, nachdem er ihn mit dem Gesicht zu uns gedreht hatte, in einem strengen, gleichwohl höflichen Ton: „Jetzt entschuldigst du dich bei diesen guten Leuten.“ Und zu meinem Erstaunen tat der junge Mann es.

Freunde von mir hatten eine kleine Tochter, und da beide in Vollzeit arbeiteten, beschlossen sie, ein mexikanisches Au-pair einzustellen. Kanadier fühlen sich zumeist furchtbar unwohl mit dem, was wir in Argentinien „Haushaltshilfe“ nennen. Sie sind unsicher, welche Rolle sie als Arbeitgeber spielen, wie sie sich verhalten, was sie sagen sollen. Meine Freunde entschieden sich, die junge Frau als Familienmitglied zu behandeln, um keinerlei Klassenunterschied zu zeigen. Sie teilten ihre Mahlzeiten mit ihr, luden sie ein, mit ihnen abends fernzusehen, baten sie, sie zu begleiten, wenn sie mit Freunden ausgingen. Eines Tages folgte meine Mutter, die zu Besuch gekommen und netterweise von meinen Freunden zum Lunch eingeladen worden war, dem Au-pair-Mädchen in die Küche und plauderte mit ihm auf Spanisch. Auf einmal fragte die junge Frau sie, ob sie sie um einen Gefallen bitten dürfe. „Natürlich“, erwiderte meine Mutter. „Bitte, señora, denken Sie nicht, ich sei undankbar. Sie sind nett, sie bitten mich, mit ihnen zu essen, mit ihnen fernzusehen, mit ihnen nach meiner Arbeit auszugehen. Aber, señora, ich bin so müde. Können Sie ihnen bitte sagen, sie sollten mich in Ruhe lassen?“

Der Plot beinhaltete den rassistischen Eigentümer eines Taxi-Unternehmens und erforderte daher, dass der Protagonist eine Reihe von rassistischen Bemerkungen von sich gab

Eine Zeitlang versuchte ich, für die Canadian Broadcasting Corporation Drehbücher zu schreiben. Eines wurde produziert, eine Folge in einer Serie von Geschichten über Immigration, und ich wurde gebeten, ein weiteres zu schrei­ben. Ich schlug eine Geschichte über die haitianischen Taxifahrer von Montreal vor. Mein Produzent mochte die Idee, bemerkte aber, dass es besser sei, mit einem Autor aus Haiti zusammenzuarbeiten, weil das Thema haitisch sei und ich eindeutig nicht. Ich brauchte das Geld und war glücklich, mit dem haitianischen Schriftsteller Dany Laferrière zusammengebracht zu werden. Der Plot beinhaltete den rassistischen Eigentümer eines Taxi-Unternehmens und erforderte daher, dass der Protagonist eine Reihe von rassistischen Bemerkungen von sich gab. Als wir die erste Fassung vorstellten, war der Produzent entsetzt. „Ihr könnt im Fernsehen nicht das Wort ›Nigger‹ gebrauchen!“ – „Aber der Protagonist ist ein Rassist“, argumentierten wir. „Das ist es, was er sagen würde.“ – „Gut, aber ihr könnt es nicht benutzen. Warum nehmt ihr nicht etwas anderes, weniger Beleidigendes?“ – „Was denn?“ fragten wir. „Oh, etwas wie ›farbige Person‹“, schlug der Produzent vor. Danys Augen funkelten. „Okay“, sagte er mit einem bedrohlichen Grinsen. Und in der Episode scheint dann der rassistische Boss, wütend auf seinen Schwarzen Angestellten, geradezu an den Worten zu ersticken, bevor er losstottert: „Sie … Sie … Sie … farbige Person!“ Die Komik war umwerfend.

Aber im Grunde hätten all diese erstaunlichen Episoden mich gar nicht erstaunen sollen. Ziviles Verhalten unabhängig von den Umständen, äußerste Rücksichtnahme auf diejenigen, die die Deutschen lakonisch „Gastarbeiter“ nennen, förmlich verbriefte Umsicht gegenüber den Befindlichkeiten anderer – alle diese Dinge, die in jeder Gesellschaft, die sich für zivilisiert hält, eine Selbstverständlichkeit sein sollten, überraschten mich in Kanada, weil ich ihnen anderswo nicht begegnet bin, es sei denn zufällig, bei Einzelnen, aber nicht als verbindlicher Sozialcode einer ganzen Nation. Als mein Sohn viele Jahre später die Highschool in England besuchte, war er überrascht von den Vorurteilen, die tagtäglich in Bemerkungen über Rasse, Religion, Sexualität und Klasse zum Vorschein kamen.

Neuerungen, Chancen, Ordnung und Großzügigkeit kennzeichnen für mich dieses weite Land. Aber von allen diesen Aspekten ist es vielleicht die Illusion einer Demokratie, die Kanada für mich am anziehendsten macht. Ich sage „Illusion“, weil wir daran glauben, aber noch nicht ganz in ihr angekommen sind – und es vielleicht nie werden. Wenn unsere sogenannte liberale Regierung kanadische Bürger mit Pfefferspray traktiert, um die Interessen eines ausländischen Despoten zu verteidigen (wie in Vancouver geschehen), wenn sie eine Mauer um die Altstadt von Quebec zieht, um eine Gruppe von Politikern vor der Wut der Bevölkerung zu schützen (wie beim Wirtschaftsgipfel in den 1980er-Jahren geschehen) oder wenn der kanadische Zoll das Recht hat, die Einfuhr von Büchern zu blockieren und uns vorzuschreiben, was wir lesen dürfen und was nicht (wie es von Zeit zu Zeit geschieht), dann muss die Definition von Demokratie, wie sie auf Kanada angewandt wird, hinterfragt werden.

Kanadas Tugend (oder seine Magie) liegt darin, dass es die Mitgift seiner Neuankömmlinge sowohl vereinnahmt als auch zurückgibt, sodass diese zugleich verbrauchen und bewahren können, was immer sie in dieses Land mitbringen

Und doch … und doch … Trotz solcher Schwächen habe ich nirgendwo sonst das Gefühl gehabt, wirklich ein Bürger zu sein, mich wirklich zu Hause zu fühlen. Die alten Griechen glaubten, derjenige sei ein Staatsbürger, der geltend machen konnte, dass seine Vorfahren ihr Blut auf dem Boden der Stadt vergossen hatten. Solche Ansprüche stellt Kanada nicht. Es fordert nichts als das Einbringen der eigenen Erfahrungen. Seine Tugend (oder seine Magie) liegt darin, dass es die Mitgift seiner Neuankömmlinge sowohl vereinnahmt als auch zurückgibt, sodass diese zugleich verbrauchen und bewahren können, was immer sie in dieses Land mitbringen. Vielleicht ist das nur möglich, weil Kanada sich für ein niedriges politisches Profil entschieden hat (siehe die Abwesenheit kanadischer Nachrichten in der internationalen Presse), für eine Vision kalter offener Räume (ersichtlich in den Publikationen des Tourismusverbandes), für eine bescheidene, durchlässige Identität (weshalb es aus meinen frühen Imaginationen ausgeschlossen blieb), sodass Kanada in gewisser Weise das Zweite Gesetz der Thermodynamik veranschaulicht, angewandt auf Nationalitäten.

Warum also nenne ich Kanada meine Heimat, obwohl ich dort als Ausländer lebe? Nach scheinbar endlosen Prüfungen und Abenteuern erreicht Odysseus seine Heimat Ithaka, die er vor so langer Zeit verließ, dass er sich kaum an sie erinnern kann. Ist dieses alte Weib seine Frau? Ist der junge Mann sein Sohn? Ist dieser zahnlose Hund der seine? Welchen Beweis hat er, dass es sich nicht bloß um einen weiteren Zauber der Circe handelt, die Vision einer Einbildung, einen Traum, nur ohne die Vagheit eines Traums? Woher weiß er, dass der Ort, den er nun Heimat nennt, ein Ort der Wiederkehr ist? Kann nicht ein Reisender an eine fremde Küste gelangen, in eine Stadt, die er nie zuvor betreten hat, und ein Déjà-vu erleben, ein Gefühl der Vertrautheit, auf einmal imstande zu erraten, was hinter jenem fernen Gebäude, jener hintersten Ecke liegt? Kann er nicht die Freude der Heimkehr empfinden, obwohl er an einen Ort zurückkehrt, in den er nie zuvor seinen Fuß gesetzt hat?

Wenn ich heute an Heimat denke, denke ich an Kanada. Nirgendwo sonst wurde ich dazu gebracht, an den Res publica teilzunehmen, den „öffentlichen Dingen“, die etwas mit Sitten und Sprache und Landschaft zu tun haben, mit Prämissen und offenen Fragen und so etwas wie den Glauben an das Überwiegen unserer besseren Eigenschaften. Nirgends sonst hatte ich den Wunsch, den Treueschwur einer Nation zu leisten, einer Sache, die jenseits einer Person, eines besonderen Gesichts oder Namens liegt. Nirgends sonst habe ich das Bedürfnis oder das Verlangen verspürt, mich als Teil einer Gesellschaft zu erklären, deren Verfassung sich zu dem bekennt, was Robert Louis Stevenson einst „den ultimativen Anstand der Dinge“ nannte.

Aus dem Englischen von Christian Seeger

© Alberto Manguel c/o Schavelzon Graham Agencia Literaria www.schavelzongraham.com



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