Der Mondsichelsee von Dunhuang

von He Yulei

Erde, wie geht's? (Ausgabe I/2018)

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Der Mondsichelsee in der Kumtag-Wüste in Westchina. Foto: Rat007/shutterstock.com


Der Mondsichelsee ist wie ein geheimnisvoller Traum. Er liegt am Rande der Kumtag-Wüste im Westen Chinas und wird seit Tausenden Jahren weder von Sand begraben noch verdunstet er durch die Hitze. Er ist benannt nach seiner Form und umgegeben von den Mingsha-Bergen, die auch singende Dünen genannt werden. An hellen Tagen »singen« die Dünen, sie klingen mal wie Donner, mal wie Geigen oder Holzblasinstrumente. Die Dünen, die je nach Feuchtigkeit ihre Höhe permanent ändern, bestehen aus Sandkörnern in fünf verschiedenen Farben: Rot, Golden, Grün, Schwarz und Weiß.

Alte historische Texte und Manuskripte aus den nahe gelegenen Mogao-Höhlen belegen, dass dem Ort seit dem dritten Jahrhundert vor Christus Wunderkräfte zugeschrieben werden. Es gibt verschiedene Sagen um die Entstehung des Sees. Einige erzählen, er sei von Gott geschaffen und bringe Gesundheit, Heilung und ein langes Leben. Am Fuße der Dünen finden sich die Ruinen eines Tempels zu Ehren des Frühlingsgottes. Derzeit ist der See von Norden nach Süden 100 Meter lang und 25 Meter breit, an seiner tiefsten Stelle misst er fünf Meter. Allerdings ist der Wasserspiegel niedriger als noch vor zwanzig Jahren.



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