Abrupter Abgang

e-volution. Wie uns die digitale Welt verändert (Ausgabe III/2010)


Unglücklicherweise ist er nach seinem Afghanistan-Besuch so verstanden worden, dass der Einsatz in dem Land deutsche Wirtschaftsinteressen berühre, was offenkundig nicht der Fall ist. Allem Anschein nach war sich selbst der scheidende deutsche Bundespräsident über die Ziele des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan nicht vollends im Klaren.
RENMIN RIBAO (Peking) vom 01.06.2010

Doch statt über solche Inhalte zu reden, spielten die Wortführer der Öffentlichkeit auf den Mann. Diese Empörungsmaschinerie ist inzwischen Alltag in Deutschland. Sie kann jeden treffen, der ein falsches Wort sagt – oder ein falsch verstandenes Wort. Moralinsauer, pingelig, hysterisch – so verlaufen diese Debatten meistens.
David Nauer in BERNER ZEITUNG vom 01.06.2010

Der Bundespräsident hat keine verfassungsrechtlichen Befugnisse, aber er hat eine mächtige Waffe: das Wort. Horst Köhler war nicht in der Lage, diese Waffe zu benutzen. Seine Reden und Interviews fanden nur selten den Weg in die Medien. Und wenn es passierte, war das Ergebnis oft Missverständnisse.
Piotr Jendroszczyk in RZECZPOSPOLITA (Warschau) vom 01.06.2010

Die kaum mehr unterdrückte Sucht nach Profil und Profit machte ihn zum Gejagten im Berliner Zoo, wo Beißreflexe und Huftritte längst Sachlichkeit und Fairness verdrängt haben. Was Köhler zu möglichen zukünftigen Einsätzen der Bundeswehr mit wirtschaftlichen Zielsetzungen sagte, war ein legitimer Denkanstoß, der keinerlei Tabu brach, sondern in sachkundigen Kreisen längst ein Thema ist und nichts als der Logik militärischer Planung entspricht.
Jürg Dedial in NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 05.06.2010



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