Szenen des Protests

eine Bildergalerie von Bartosz Ludwinski

Talking about a revolution (Ausgabe II/2020)

  • Zwei Männer bei einem Rave in Hamburg, 2019

    Zwei Männer bei einem Rave in Hamburg, 2019

  • Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg, 2017

    Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg, 2017

  • Ein Vater zieht seinen Sohn über den Strand von Sankt Peter-Ording, 2018

    Ein Vater zieht seinen Sohn über den Strand von Sankt Peter-Ording, 2018

  • Farbe von Farbbeuteln auf einem Bus in der Siedlung Bet El im Westjordanland, 2018

    Farbe von Farbbeuteln auf einem Bus in der Siedlung Bet El im Westjordanland, 2018

  • Szene während der Demonstrationen gegen den G20-Gipfel in Hamburg, 2017

    Szene während der Demonstrationen gegen den G20-Gipfel in Hamburg, 2017

  • Ein palästinensischer Demonstrant nach einem Zusammenstoß mit israelischen Grenztruppen, 2018

    Ein palästinensischer Demonstrant nach einem Zusammenstoß mit israelischen Grenztruppen, 2018

  • Eine Anti-AfD-Demonstration in Hamburg, 2020

    Eine Anti-AfD-Demonstration in Hamburg, 2020

  • Polizisten während der G20-Proteste in Hamburg, 2017

    Polizisten während der G20-Proteste in Hamburg, 2017


Herr Ludwinski, Sie dokumentieren in Ihren Fotos Chaos, Konflikte und Menschen, die sich widersetzen. Warum ist dieses Thema interessant für Sie?

Das Leben ist das reinste Chaos, wir stehen ständig im Konflikt: Mit anderen Menschen, uns selbst, unserer Umwelt. Ich denke, jeder Mensch findet diese Themen spannend, sie bewegen uns.

Manche Ihrer Bilder zeigen gewalttätige Proteste. Wie nah wagen Sie sich an das Geschehen heran?

Ich bin so nah dran, wie ich muss und so weit weg, wie ich kann. Distanz halte ich nur im Kopf. Für mich ist es wichtig, eine gewisse innere Ruhe zu haben und fokussiert zu sein, ohne dabei viel nachzudenken. Das schadet nämlich nur. Bei den G20-Protesten in Hamburg 2017 bin ich konstant dem Unruheherd gefolgt. Viele meiner Bilder entstanden aber abseits des Geschehens, wie zum Beispiel das Foto der Demonstrantin, die ein Selfie vor dem Feuer macht. Solche Szenen finde ich oft spannender, als die in der ersten Reihe.

Sind Sie beim Fotografieren schon einmal in Gefahr geraten?

Jedes Foto, dass ich schieße, hat das Potenzial, mir und anderen Probleme zu bereiten – im Moment des Fotografierens oder wesentlich später. Im Falle des Selfie-Bildes etwa gab es Probleme (an zweiter Stelle in der Fotostrecke oben, Anm. d. Red.). Es war ein Cover für die ZEIT, das Mädchen wurde wiedererkannt und musste sich rechtfertigen. Ihre Erklärung war dann, dass sie das Selfie ihrer Mutter schicken wollte, um Bescheid zu sagen, dass alles okay ist.

Haben Sie ein Lieblingsbild aus Ihrer Bildstrecke?

Das ist schwer zu sagen. Für mich persönlich war die Geschichte, die ich in Palästina fotografiert habe, neu, weil ich noch nie da war. Aber auch die G20 Bilder waren wichtig, weil ich damals zum ersten Mal bewusst dokumentarisch fotografiert habe.

Das Interview führte Leonie Düngefeld



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