Ein Land versinkt in Gewalt

eine Fotostrecke von William Daniels

Das ärmste Land, das reichste Land (Ausgabe III+IV/2018)

  • Morgennebel über dem Ubangi. Der Fluss bildet die Grenze zwischen der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo

    Morgennebel über dem Ubangi. Der Fluss bildet die Grenze zwischen der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo

  • Die Ndassima-Goldmine in Bambari wurde während der gewalttätigen Konflikte 2013 von der kanadischen Firma Axim aufgegeben. Seitdem befindet sich die Mine in der Hand von Milizen. 15 Kilogramm Gold pro Monat werden hier illegal abgebaut

    Die Ndassima-Goldmine in Bambari wurde während der gewalttätigen Konflikte 2013 von der kanadischen Firma Axim aufgegeben. Seitdem befindet sich die Mine in der Hand von Milizen. 15 Kilogramm Gold pro Monat werden hier illegal abgebaut

  • Eine Frau sucht im zentralafrikanischen Fluss Kotto nach Gold

    Eine Frau sucht im zentralafrikanischen Fluss Kotto nach Gold

  • Ein Zimmer im Palast des ehemaligen Präsidenten Jean-Bédel Bokassa, der sich 1977 zum Kaiser der Zentralafrikanischen Republik krönen ließ. Der zerfallene Palast wurde später von Séléka-Rebellen bewohnt

    Ein Zimmer im Palast des ehemaligen Präsidenten Jean-Bédel Bokassa, der sich 1977 zum Kaiser der Zentralafrikanischen Republik krönen ließ. Der zerfallene Palast wurde später von Séléka-Rebellen bewohnt

  • Muslimische Frauen und Kinder im Flüchtlingslager von Boda, 2016

    Muslimische Frauen und Kinder im Flüchtlingslager von Boda, 2016

  • Ein Bauer läuft zu seinem Feld außerhalb des Dorfes Zawara, kurz nachem ein Sturm darüber hinweggefegt ist. Obwohl das Dorf nur 24 Kilometer östlich der Hauptstadt Bangui liegt, ist es isoliert. Es gibt kaum Straßen dorthin

    Ein Bauer läuft zu seinem Feld außerhalb des Dorfes Zawara, kurz nachem ein Sturm darüber hinweggefegt ist. Obwohl das Dorf nur 24 Kilometer östlich der Hauptstadt Bangui liegt, ist es isoliert. Es gibt kaum Straßen dorthin

  • Arbeiter suchen im Fluss Kotto nach Diamanten. Der Kotto liegt im Osten des Landes, der sich noch immer in der Hand von Milizen befindet

    Arbeiter suchen im Fluss Kotto nach Diamanten. Der Kotto liegt im Osten des Landes, der sich noch immer in der Hand von Milizen befindet

  • Eine geflüchtete Familie hat in einem ehemaligen Klassenzimmer der Schule Notre Dame des Victoires in Bambari Zuflucht gefunden

    Eine geflüchtete Familie hat in einem ehemaligen Klassenzimmer der Schule Notre Dame des Victoires in Bambari Zuflucht gefunden

  • Nur wenige Mauern stehen noch in diesem Viertel der Hauptstadt Bangui, das vor dem Ausbruch der Gewalt im Jahr 2013 von Muslimen bewohnt wurde

    Nur wenige Mauern stehen noch in diesem Viertel der Hauptstadt Bangui, das vor dem Ausbruch der Gewalt im Jahr 2013 von Muslimen bewohnt wurde

  • Katholikinnen singen während der sonntäglichen Messe ihrer Kirche in Carnot Choräle

    Katholikinnen singen während der sonntäglichen Messe ihrer Kirche in Carnot Choräle

  • Minenarbeiter der Koro-Diamantenmine im Westen der Zentralafrikanischen Republik. Seit im Jahr 2013 Rebellengruppen das Land mit Gewalt überzogen, befinden sich die meisten Minen in der Hand von Milizen

    Minenarbeiter der Koro-Diamantenmine im Westen der Zentralafrikanischen Republik. Seit im Jahr 2013 Rebellengruppen das Land mit Gewalt überzogen, befinden sich die meisten Minen in der Hand von Milizen


Herr Daniels, zwischen 2013 und 2016 haben Sie die Zentralafrikanische Republik zehnmal bereist. Woher rührt dieses Interesse?

Ich arbeite meist an Langzeitprojekten und reise über Jahre an Orte, die von Instabilität geprägt sind. Im Zentrum meiner Arbeit in der Zentralafrikanischen Republik stand seit 2013 die aktuelle Berichterstattung über den Staats- streich. Aber nach einer Weile wollte ich einen tieferen Einblick: Wie konnte dieses Land so schnell und so tief in Gewalt versinken? Daher begann ich mich auch mit der Wirtschaft, der Bildung und der Armut zu befassen. Ich fotografierte in den Minen und machte persönlichere Bilder.

Wie nahmen Sie die Armut dort wahr?

Sie ist erschütternd und riesig. Sie nimmt einen sehr mit. Die Situation heute ist schlimmer als vor zwei Jahren. Irgendwann fragt man sich, ob die eigene Arbeit, die Krisenberichterstattung, überhaupt hilft. Das Land ist so sehr in Armut gefangen, in mangelnder Bildung. Letzteres ist entscheidend, denn je weniger gebildet die Menschen sind, desto leichter lassen sie sich von irgendwelchen Milizen anheuern, die dann Probleme machen.

Was fasziniert Sie an der Zentralafrikanischen Republik?

Die Menschen sind sehr widerstandsfähig. Selbst im Chaos behalten sie sich ihren Humor. Das hat mich sehr berührt. Das Land hat so viele Ressourcen, aber es ist nicht in der Lage, sie zu nutzen, denn dieser Reichtum ist ja einer der Gründe für die vielen Konflikte und die Instabilität. »Ein vergiftetes Geschenk«, wie wir in Frankreich sagen. 

Das Interview führte Rosa Gosch



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