Wo man in Argentinien große Scheine klein kriegt

von Karen Naundorf

Unterwegs. Wie wir reisen (Ausgabe II/2007)


Und niemand kann wechseln. Bei Osvaldo am Zeitungskiosk habe ich anschreiben lassen. Der Gemüsehändler verschenkt lieber ein paar Bananen, als auf hundert Pesos, das sind 25 Euro, rauszugeben. Nachhausekommen kann ein echtes Problem sein: Busfahren geht nur mit Münzen, Taxifahrer winken oft schon bei Fünfzigern ab. Vielleicht haben sie Angst vor großen Scheinen, fünf Millionen Falschgeld-Pesos sollen in Umlauf sein. Und in den Geschäften leeren die Besitzer die Kassen regelmäßig, weil sie ihren Angestellten nicht vertrauen. Die Rettung sind asiatische Supermärkte, „Chinos“ genannt, in denen Chinesen oder Koreaner an der Kasse sitzen. Die haben immer Wechselgeld. Und zwar sofort. Nicht wie die großen Supermarktketten: Da muss man oft lange warten, die anderen in der Schlange schauen, als hätte man das Gemüse nicht gewogen. Irgendwann kommt der Filialleiter, prüft den Hunderter und händigt mit mahnendem Blick das Wechselgeld aus.



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