Das Sesc 24 de Maio in São Paulo

von Nelson Kon

Das Paradies der anderen (Ausgabe IV/2019)

-

Foto: Nelson Kon


Am meisten überrascht das Schwimmbecken, das fast das ganze Dach einnimmt. Es wird von vier Säulen im ehemaligen Lichthof unabhängig vom Rest des Gebäudes getragen. Mit dem Blick auf die Altstadt von São Paulo können sich die Besucher hier entspannen. Vorher war das Haus der Firmensitz eines Möbelkaufhauses.

Obwohl das Eckgebäude für kulturelle Aktivitäten zunächst nicht besonders geeignet erschien, ließen der Architekt Paulo Mendes da Rocha und MMBB Arquitetos es nicht abreißen, sondern bauten es um. Heute beherbergen die über Rampen erreichbaren zwölf Stockwerke eine Bibliothek, ein Restaurant, Sportplätze, Ausstellungsräume, Theater, Studios für die Bildungsarbeit und sogar Zahnarztpraxen.

Die zwei Fassaden zur Straße sind mit einer spiegelnden gläsernen Haut bedeckt. Diese bringt das Gebäude fast zum Verschwinden, es wird zu einem riesigen Spiegel der Häuser in der Nachbarschaft. Von innen wiederum hat man einen weiten Blick auf die Umgebung. Wir Architekturfotografen versuchen normalerweise, auf unseren Bildern Gebäude freizustellen, um ihre innewohnenden Eigenschaften aufzuzeigen. Das Kulturzentrum zeichnet sich aber gerade durch seine starke Beziehung zur Stadt aus – eine Einladung, der tausende Einwohner von São Paulo täglich folgen.



Ähnliche Artikel

Das Paradies der anderen (Thema: Malediven)

Das Paradies der anderen

von Philipp Spalek

Für Touristen aus aller Welt sind die Malediven ein Sehnsuchtsort. Doch die Einwohner des Archipels leben in einer anderen Welt. Eine Bildstrecke über ein strahlendes Inselreich und seine Schattenwelt

mehr