Sägefische als Ahnen

von Ruth Leeney

Das Paradies der anderen (Ausgabe IV/2019)

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Die namensgebende „Säge“ des Sägefischs heißt eigentlich Rostrum. Illustration: Adobe Stock


Der Sägefisch, der zur Familie der Rochen gehört, wurde nach seinem hervorstechendsten Merkmal benannt: Seinem sägeartigen Rostrum, einer Schädelverlängerung mit Zähnen auf beiden Seiten. Mit der Säge töten die Fische ihre Beute, indem sie diese entweder schnell hin und her schleudern oder direkt zustechen. Manche Arten können sieben Meter lang werden. Sägefische zählen zu den drittgrößten Fischen überhaupt. Jedoch macht ihre einzigartige Waffe sie auch äußerst angreifbar.

Sägefische verheddern sich leicht in Netzen oder werden aufgrund ihrer wertvollen Flossen gezielt gefangen. Deshalb ist ihre Anzahl stark geschrumpft und mancherorts sind sie schon ausgestorben. Aber nicht in Australien: Dort leben noch vier verschiedene Arten von Sägefischen im Meer und in Flüssen. Die Sägefische nehmen auch eine zentrale Rolle im Entstehungsmythos der Anindilyakwa, einer im Norden Australiens auf der Insel Groote Eylandt lebenden Gemeinschaft von Ureinwohnern. Die Anindilyakwa glauben, die Sägefische seien ihre Vorfahren, die auf der Suche nach einem Ort, an dem sie für immer ruhen könnten, vom Festland kamen und sich auf Groote Eylandt in Sägefische verwandelten. Es heißt, landeinwärts hätten sie einen Weg in die Insel gesägt und so den Fluss Angurugu erschaffen.
 

Protokolliert von Vanessa Götz



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