Deutsches in Paris

von Renate Heugel

Weniger ist mehr. Über das Wachstum und seine Grenzen (Ausgabe I/2011)


Das vorliegende Buch ist Teil einer größeren Untersuchung der deutsch-französischen Kulturbeziehungen im 20. Jahrhundert und stellt anhand markanter Fallbeispiele die Entstehung, Entwicklung und Funktion der deutsch-französischen Begegnungsorte in Paris vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart dar. Dabei beschäftigen sich die ersten Kapitel mit den deutschen Aktivitäten in Paris in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Hierzu gehört zum Beispiel die Analyse der 1926 von Thomas Mann verfassten Schrift „Pariser Rechenschaft“. Die folgenden Kapitel widmen sich den Fragen des deutschen Exils während der Zeit des Nationalsozialismus. Untersucht wird unter anderem, in welchem Spannungsfeld sich deutsche Exilanten hinsichtlich der diplomatischen Repräsentanz des Dritten Reichs in Paris von 1933 bis 1939 bewegten. Der letzte Teil des Buches betrachtet die Zeit von 1945 bis zur Gegenwart. So werden beispielsweise die Ursprünge des Deutsch-Französischen Jugendwerks sowie die Reform des französischen Germanistikstudiums oder die Eröffnung der Zweigstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in den 1960er-Jahren untersucht.

Topographie deutscher Kulturvertretung im Paris des 20. Jahrhunderts. Von Hans Manfred Bock. Narr Verlag, Tübingen, 2010. 400 Seiten.



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