Peinliche Enthüllungen

Weniger ist mehr. Über das Wachstum und seine Grenzen (Ausgabe I/2011)


Die Mails von US-Diplomaten lassen niemanden ungeschoren davonkommen, von Silvio Berlusconi bis Cristina Kirchner. Besonders kompromittierend sind allerdings die Äußerungen verschiedener arabischer Führer, die die USA dazu drängen, mit Waffengewalt gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen. (...) Der technische Fortschritt hat uns in eine neue Welt katapultiert, in der es keine Geheimnisse mehr gibt und in der zahlreiche führende Politiker nicht mehr ruhig schlafen können.
EL PAIS (Montevideo) vom 30.11.2010

Es ist kein Wunder, dass das State Department Zeter und Mordio schreit. Doch nach allem, was ich bislang gesehen habe, gibt es wenig, wofür sich die Mitarbeiter des auswärtigen Dienstes schämen müssten. (…) Größtenteils können wir hier sehen, wie Diplomaten ihren Job korrekt ausführen: Herausfinden, was dort, wohin sie gesandt wurden, vor sich geht, und den nationalen Interessen und der Regierungspolitik dienen.
Timothy Garton Ash in THE GUARDIAN (London) vom 29.11.2010

Die Zeiten, als amerikanische Botschafter in den Hauptstädten der Welt als „Hochkommissare“ empfangen wurden, sind längst vorbei. Die Diplomaten, die die Wikileaks-Dokumente schrieben, sind müde Bürokraten: Niemand steht in Ehrfurcht auf oder schlägt die Fersen aneinander, wenn sie einen Raum betreten.
Aluf Benn in HAARETZ (Tel Aviv) vom 01.12.2010

Die Frage, die noch auf eine Antwort wartet, lautet: Wird man den USA jemals wieder vertrauen? Werden die undichten Stellen einen tiefen Graben zwischen der Supermacht und dem Rest der Welt reißen oder werden die meisten Länder versuchen, die Meinungsverschiedenheiten herunterzuspielen?
Linda Heard in ARAB NEWS (Dschidda) vom 30.11.2010



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