Neue Töne

Weniger ist mehr. Über das Wachstum und seine Grenzen (Ausgabe I/2011)


Was der Papst dem deutschen katholischen Journalisten Peter Seewald für sein Buch „Licht der Welt“ sagte, waren sicher keine Versprecher. (...) Die Äußerungen repräsentieren eine begrüßenswerte, wenn auch noch sehr eingeschränkte Revision der katholischen Lehre. Eine Evolution eher als eine Kehrtwende des Vatikan. 
THE IRISH TIMES (Dublin) vom 23.11.2010
 
Endlich scheint beim Thema menschliche Sexualität und Geschlechtsverkehr im Allgemeinen Aufklärung in die dunklen Winkel des römisch-katholischen Dogmas zu kriechen. Einerlei – wenn auch merkwürdig –, dass der Papst sich speziell auf den Gebrauch von Kondomen unter männlichen Prostituierten – dieser sehr kleinen Fraktion von Prostituierten – bezog. Und es macht auch nichts, dass er noch immer nicht den weitverbreiteten Gebrauch von Kondomen unter Katholiken, sogar unter Priestern, wahrhaben will. Was zählt, ist, dass der Pontifex zum ersten Mal andeutet, dass ein Kondom auch in anderer Art nützlich sein kann als nur als Verhütungsmittel. 
DAILY NATION (Nairobi) vom 24.11.2010
 
Benedikt XVI. mag gute Absichten haben, darunter den Wunsch, das Leiden in Afrika zu mildern, aber er scheint an einer chronischen Unfähigkeit zu leiden, seine guten Absichten auch wahr werden zu lassen. 
JERUSALEM POST vom 23.11.2010 
 
Das ist die Sensation des Jahrhunderts, wenn nicht noch mehr: Der Papst verurteilt das Kondom nicht mehr in Bausch und Bogen! Die Zugeständnisse gleichen zwar bislang nur einem kleinen ersten Türspalt, weniger dem Öffnen der ganzen Pforte. Doch für die Kirche ist es üblich, in dieser Weise ihre Positionen zu verändern. (...) Besser spät als nie.
John Turner in GAZETA WYBORCZA (Warschau) vom 22.11.2010



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