Späte Erkenntnis

Weniger ist mehr. Über das Wachstum und seine Grenzen (Ausgabe I/2011)


Das Auswärtige Amt ist eine der letzten großen deutschen Institutionen, die sich mit ihrer dunklen Vergangenheit auseinandersetzt und sie untersuchen lässt, und das, obwohl es als Regierungsfassade nach dem Zweiten Weltkrieg eine Schlüsselrolle in der Rehabilitation der Beziehungen Westdeutschlands zu anderen Ländern einnahm. 
Vanessa Fuhrmans in The WALL STREET JOURNAL (London) vom 26.10.2010
 
Die jüngste Debatte weist Parallelen zum Streit um die Wehrmachtsausstellung auf, die in den Neunzigerjahren antrat, die „Legende von der ‚sauberen’ Wehrmacht“ zu widerlegen. Wieder stellt sich die Frage: Wieso gibt es diese Informationen erst jetzt? 
Joachim Güntner in NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 27.10.2010
 
Bei ihrem ersten offiziellen Staatsbesuch als französische Außenministerin wird Michèle Alliot-Marie heute in Berlin in einem „entnazifizierten“ Ministerium empfangen. 65 Jahre nach dem Sturz des Naziregimes hat der deutsche Außenminister am Dienstag alle Botschafter dazu aufgefordert, alle Porträts der vor 1951 im Amt tätigen Botschafter und Diplomaten sowie auch aller Politiker, die möglicherweise mit den Nazis sympathisierten, abzuhängen.
Patrick Saint-Paul in LE FIGARO (Paris) vom 26.11.2010
 
Da ist man sprachlos. Träfe zu, was seit einigen Wochen in den Blättern der Republik zu lesen ist, dann wäre das Auswärtige Amt eine der letzten Bastionen anachronistischer Geheimdiplomatie. Wie es zu diesem Bild kommen konnte, ist schleierhaft. Denn keine zweite deutsche Behörde hat ihre Bestände der Öffentlichkeit (...) so frühzeitig, so konsequent und so vorbildlich zugänglich gemacht. 
Gregor Schöllgen in SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (München) vom 07.12.2010



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