53% der Sri Lanker wollen, dass der Bürgerkrieg besser aufgearbeitet wird*

kommentiert von Dilrukshi Handunnetti

Nonstop (Ausgabe III/2019)


Das Land hatte in dem 27-jährigen Krieg insgesamt 60.000 Tote zu beklagen. Als 2015 die damalige Regierung den Auftrag bekam, einen Friedensprozess einzuleiten, wurde dies von vielen Seiten begrüßt. Jedoch hat eine polarisierende nationale Politik die angestrebte Versöhnung untergraben, extremistische Gruppen blockieren den Weg nach vorn und schwächen somit weiter die Position der Regierung. Die Entstehung von politisch radikalen Tamilen-Gruppen im Norden der Insel hat Misstrauen im Süden geschürt, was den Aussöhnungsprozess noch schwieriger gestaltet.

Diese Zahl von 53 Prozent der Bevölkerung – unter den Jugendlichen sind es sogar 60 Prozent – spiegelt die Enttäuschung der Sri Lanker gegenüber ihrer Regierung wider. Es fehlt der politische Wille zur Veränderung. Die Bombenanschläge vom Ostersonntag verschärfen dieses Problem nur und ebnen den Weg zu einem Sicherheitsstaat. Wenn nun im Namen der Sicherheit alle anderen Prioritäten ignoriert werden, bleibt es unwahrscheinlich, dass es in Sri Lanka zur Aussöhnung und juristischen Aufarbeitung des Bürgerkrieges kommt.

*Quelle: Values and Attitudes Survey on 70 Years of Independence in Sri Lanka, 2019



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