Ein bisschen Frieden

Elke Allenstein

Großbritannien (Ausgabe I/2010)


Stellen Sie sich vor, Sie sind ein glühender Verehrer von Mahatma Gandhi, dem Kopf des gewaltfreien Widerstandes. Sie müssen gar nicht nach Indien reisen, um dem Geist Gandhis zu begegnen. In einem Berliner Taxi sehen Sie plötzlich den Vater der indischen Nation als Häkelfigur am Rückspiegel baumeln. Mit der typischen kreisrunden Nickelbrille und dem weißen Khadi-Umhang. Was für eine Blasphemie, denken Sie zuerst. Doch dann müssen Sie schmunzeln und bemerken, dass in dem Gefährt eine unerwartet friedvolle Atmosphäre herrscht. Berliner Chauffeure sind für ihren ruppigen Ton bekannt, doch dieser zwinkert Ihnen schon beim Einstieg gutmütig zu. Jetzt fahren Sie durch die freitägliche Rushhour, und er lenkt Sie sanft und sicher ans Ziel. Sein Geheimnis? Es ist der kleine Gandhi, der jegliche negative Schwingung aufnimmt und freundlich in den Fahrgastraum zurückstrahlt.
 Gehäkelt werden die daumengroßen Figuren – es gibt zum Beispiel auch Prinz Charles – von einer älteren Dame aus dem Prenzlauer Berg, die lieber inkognito bleiben möchte, aber offen für die ausgefallensten Kundenwünsche ist: Sie häkelt im Handumdrehen auch eine komplette Safari, einen Zoo oder die Schiffsbesatzung aus „Der Fluch der Karibik“, Teil 1 – ganz wie Sie wünschen –, aus dem Kopf oder nach fotografischen Vorlagen.

Häkel-Gandhis sind über den Onlineshop des Chelsea Farmer’s Club für 19 Euro erhältlich. Www.chelseafarmersclub.de



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