Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Nonstop (Ausgabe III/2019)

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Alles dreht sich, alles bewegt sich: Noch nie waren permanent so viele Güter und Menschen unterwegs wie heute. Bis zu 200.000 Flugzeuge starten und landen täglich, Militär-, Transport- und Privatjets nicht mitgerechnet. In Städten wie Nairobi oder Bogotá ist ständiger Stau völlig normal, die Menschen sitzen jeden Tag viele Stunden im Auto und warten. Auf den Meeren transportieren riesige Handelsschiffe unzählige Waren um die Welt – Avocados ebenso wie Fernseher, T-Shirts oder Kohle. Die Geschichte des Transportwesens ist alt.

Schon immer waren Menschen mobil und schon immer haben sie durch große Erfindungen (wie das Auto) oder Bauten (etwa den Panamakanal) die Welt verändert. Der Ausbau des globalen Handels und des internationalen Tourismus aber hat die weltweiten Verkehrsströme in den vergangenen Jahren gigantisch wachsen lassen.

Der chinesische Autor Shi Ming erklärt in dieser Ausgabe das größte Verkehrsprojekt der Neuzeit, die Neue Seidenstraße. Der britische Ökonom Marc Levinson erinnert daran, dass die Erfindung des Containers unseren heutigen globalen Konsum überhaupt erst möglich machte. Und der Journalist Salifu Abdul-Rahaman berichtet aus Ghana, welch Segen der Ausbau der Fufulso-Sawla Road zwischen zwei Städten im Norden des Landes ist.

Fortbewegung und Transport kennen viele kulturelle Eigenheiten. Wir haben deshalb Schi er, Fluglotsen und Rikschafahrer über ihre Arbeit befragt. Und die iranische Psychologin Parichehr Scharifi erklärt, weshalb Menschen beim Autofahren oft so aggressiv sind.

Schaut man sich die Entwicklungen im internationalen Verkehrswesen an, beschleicht einen das dringende Gefühl, es möge alles weniger und langsamer werden. Also im Grunde das, was Klimaforscher seit Jahren sagen: Zug statt Flugzeug, Mecklenburg-Vorpommern statt Malediven, der Apfel vom Dorf nebenan statt der Kiwi aus Neuseeland. Und das Auto stehen lassen, wann immer es geht. Städte wie Stockholm zeigen, dass der Wandel zu einer neuen Verkehrskultur gelingen kann.

Man muss nur damit anfangen.

Jenny Friedrich-Freksa



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