Worüber spricht man in Kabul?

von Enayatullah Azad

Helden (Ausgabe II/2018)


In der Stadt Kabul, wo die meisten Menschen der Provinz wohnen, lebt es sich wie am Boden einer riesigen Schale. Die Stadt ist von Bergen umschlossen, und im Winter hängt oft eine dicke schwarze Rauchschicht über ihr, die bisweilen sogar den Blick auf die Berge nimmt. Es gibt viele Gründe für die dreckige Luft: Gruppen der bewaffneten Opposition durchtrennen immer wieder Kabel oder zerstören Strommasten, sodass Kabul für Wochen ohne Elektrizität ist. Das zwingt viele Kabuler Kohle, Holz, und sogar Plastik und Stoff zu verbrennen, um ihre Häuser zu heizen oder zu kochen. Dazu kommt, dass durch Kabul, das ursprünglich für 75.000 Autos gebaut wurde, heute etwa 900.000 Fahrzeuge fahren. Außerdem wächst die Bevölkerung sehr schnell, da viele versuchen, ihre Familien hier in Sicherheit zu bringen. Auf der Flucht vor der Gewalt des Krieges haben viele Farmer ihre Äcker zurückgelassen, die zu unfruchtbarem Land verkommen. Die Nationale Umweltschutzagentur bescheinigt der Hauptstadt Afghanistans im Vergleich zu benachbarten Städten die dreifache Menge an Feinstaub pro Kubikmeter Luft.



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