Das Alphabet der Welt

Großbritannien (Ausgabe I/2010)


Seit Jahrtausenden verleihen Buchstaben und Zeichen den verschiedenen Kulturen ihren charakteristischen Ausdruck. Und dennoch gibt es weltweit keinen Ort, der sich diesem Phänomen in seiner ganzen Bandbreite widmet. Rossen Milev will dies ändern – und ein Museum für Schriftkultur eröffnen. „Schrift ist die Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Bildung“, so der Medienwissenschaftler aus Sofia. Vom arabischen über das malaiische Alphabet zur chinesischen Idiografie existieren weltweit unzählige Zeichen- und damit Denksysteme. Für Milev eine überaus positive Metapher für das globale Miteinander: „Schriftsysteme stehen für kulturelle Emanzipation. Gleichzeitig sind sie wählbar – unabhängig von Hautfarbe oder Nationalität.“ Für die nötige Aufklärung sorgt er bislang im Alleingang. Um die Museumsidee in die Tat umzusetzen, leistet Milev, der in Sofia ein Forschungsinstitut leitet, unermüdlich Lobbyarbeit, tritt auf Konferenzen und in Diskussionsrunden auf. 2011 soll der Grundstein für das Schriftmuseum gelegt werden. Ein passender Ort muss allerdings noch gefunden werden.



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