Mexiko: Tierfreundlicher Tequila

Luis Viques

Erde, wie geht's? (Ausgabe I/2018)


Seit der Industrialisierung der Tequilaproduktion nutzen die großen Agavenplantagen allerdings nur noch geklonte Pflanzen. Die Pflanzen werden bereits vor der Blüte geerntet, um die Erträge zu steigern. Das ist schlecht für die Fledermäuse, denen so die Hauptnahrungsquelle auf ihrer Wanderung genommen wird. Es hat sich aber auch gezeigt, dass es schlecht für den Agavenanbau ist: Die geklonten Pflanzen haben keine genetische Bandbreite mehr und sind sehr anfällig für Krankheiten geworden. Nun haben sich Barkeeper, Forscher und Plantagenbesitzer unter Leitung von Professor Rodrigo A. Medellin zu einer Initiative zusammengetan: Ein Teil der Agavenpflanzen wird bis zur Blüte stehen gelassen, sodass die Fledermäuse sie beim Nektar-Trinken bestäuben können. Die Tequila-flaschen aus diesem Anbau sind mit einem Gütesiegel gekennzeichnet: »bat-friendly Tequila«!

Mehr über das Fledermaus-Schutzprojekt findet sich unter:
www.tequilainterchangeprojekt.org



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