Das Fußballfeld von Koh Panyee

von Sandra Weller

Rausch (Ausgabe I/2017)

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Fußballfeld der Insel Ko Panyee, Thailand. Foto: Sandra Weller


Auf einer türkisblauen Fläche spielen Jungen Fußball. Sie müssen sich den Ball präzise zupassen, sonst fällt er ins Wasser. Denn das Fußballfeld schwimmt mitten im Meer.

Mit einem Longtail-Boot zwischen Früchten, Reis, Geschirr, Toilettenpapier und ein paar Thailändern kann man zur Insel Koh Panyee im Süden des Landes fahren. Nach einer zwanzigminütigen Fahrt vorbei an bizarren Felsformationen tauchen in der Ferne Häuser an einem großen Felsen auf. Es leben etwa 2.000 Menschen auf der Insel. Ihre Häuser sind im Meer auf Stelzen errichtet. Das schwimmende Fußballfeld wurde nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 gebaut. Bis dahin gab es für Kinder nicht viel zu tun auf Koh Panyee.

Sie konnten sich nur auf den Stegen oder in den Häusern aufhalten oder ins Meer springen. Die Jungs verfolgten die Spiele der WM mit so viel Begeisterung, dass sie selbst ein Fußballteam gründen wollten. Jeden Tag nach der Schule sammelten die Kinder Holz. Sie hämmerten die Bretter mit Nägeln zusammen, banden die entstandene floßähnliche Fläche an den Steg und ließen sie ins Wasser gleiten. Das große Floß wurde jetzt ein Fußballfeld. Mit der Zeit wurde es immer wieder verbessert. Heute stützen schwimmende Plastikelemente das Holzfeld, Gummimatten ebnen die Oberfläche und zwei kleine Tore stehen am Rand. Und seit 2011 gilt der Panyee FC als erfolgreichster Jugendfußballverein in Südthailand.



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