Jenseits von Teheran

Max Menges

Rausch (Ausgabe I/2017)


Genau wie die wenigen durch die Provinz verstreuten Dörfer ist auch das Haus nur mit einem geländetauglichen Jeep zu erreichen, der die Fahrt über die steinigen Bergserpentinen bewältigen kann. Fast alle Möbel im Inneren des Hauses hat der Besitzer Armin selbst gefertigt. Er kommt oft mit seiner Freundin Setareh und anderen Bekannten aus Teheran hierher, um dem iranischen Alltag zu entkommen. Vom repressiven Apparat des Regimes ist hoch oben in den Bergen nichts zu spüren. Auf ihren Wanderungen trägt Setareh hier nicht einmal einen Hijab. Nachts schlafen alle auf dünnen Matratzen auf dem Boden, geheizt wird der komplette Wohn- und Essbereich von einem großen Kamin. Morgens, wenn die Wolken langsam an den Steilhängen hochkriechen, ist das Haus zuweilen komplett von einem Nebelschleier eingehüllt.

 



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