Die Midnight-Sun-Moschee in der Arktis

von Saira Rahman, Nilufer Rahman

Ich und alle anderen (Ausgabe IV/2016)

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Die Midnight-Sun-Moschee in Inuvik, Kanada. Foto: Snow Angel Films


Rund 200 Kilometer jenseits des Polarkreises steht die nördlichste Moschee der westlichen Erdhalbkugel, die Midnight- Sun-Moschee in Inuvik im Nordwesten Kanadas. Es ist der letzte Ort, den man in der Arktis ganzjährig mit dem Auto erreichen kann. Ansons­ten gelangt man hierher am besten per Flugzeug oder Schiff. So hat auch die Moschee ihren Weg hierher gefunden.

In ­Winnipeg in der kanadischen Prärie wurde das Gebäude fix und fertig zusammengebaut und dann 4.000 ­Kilometer über Land und Wasser nach Inuvik transportiert. Die Moschee ist ein Wohltätigkeitsprojekt der muslimischen Gemeinde in Winnipeg. Dort hatte man festgestellt, dass es günstiger wäre, ein Fertighaus zu verschicken, anstatt ein neues Gebäude vor Ort zu bauen. Rund drei Wochen dauerte die Reise, die wir mit der Kamera in unserem Dokumentarfilm „The Arctic Mosque“ festgehalten haben.

Auch der Teppich im Gebetsraum hat eine lange Reise hinter sich. Er stammt aus Dubai. Heute dient die ­Midnight- Sun-Moschee den rund einhundert Mitgliedern der muslimischen Gemeinde ­Inuviks als Gotteshaus. Die Mehrheit der rund 3.500 Einwohner der Stadt gehört allerdings den indigenen Stämmen der westkanadischen Inuit und der Gwitchin sowie den ­Métis an, die Nachfahren europäischer Pelzhändler und indianischer Frauen sind. Während ein Moscheebau in nicht muslimischen Ländern oft Angst und Streit hervorruft, wurde die ­Midnight-Sun-Moschee in der Arktis mit offenen Armen empfangen.

Aus dem Englischen von Rosa Gosch



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