Fisherman’s Friend

von Shuhei Uda

Das neue Italien (Ausgabe III/2016)

-

Ein Kormoran. Illustration: Stephanie F. Scholz


Seit über 1.300 Jahren gehen die Japaner mithilfe von Kormoranen auf Fischfang. Die Methode heißt „Ukai“. Früher war es den Menschen aufgrund religiöser Vorstellungen verboten, Tiere für den Verzehr zu töten. Übernimmt das Töten allerdings ein Vogel wie der Kormoran, ist es akzeptiert. Zuerst bindet der Fischer, genannt „Usho“, dem Kormoran eine Schlinge um den Hals, und zwar am unteren Ende, kurz über dem Rumpf des Tieres. Sie verhindert, dass der Vogel größere Fische hinunterschlucken kann. Kleinere kann er jedoch fressen.

An dieser Leine lässt der Fischer den Kormoran vom Boot aus ins Wasser. Mit einer Holzfackel leuchtet er die Wasseroberfläche aus und beobachtet, wie der Vogel nach den Fischen taucht. Wenn der Kormoran etwas gefangen hat, zieht ihn der Fischer zurück ins Boot und nimmt ihm den Fisch ab. In zehn Regionen Japans fischen die Menschen heute noch auf diese Weise, allerdings nur in den Sommermonaten. Der berühmteste Ort ist der Nagana-Fluss in der Gifu-Präfektur auf der Insel Honsh?. Dort ist das Kormoranfischen auch eine beliebte Touristenattraktion. An einigen Flüssen und Seen ist Ukai aber auch verboten, um die Bestände zu schonen. Neben Japan wird das Kormoranfischen heute nur noch in China ausgeübt.



Ähnliche Artikel

Ich und die Technik (Ein Haus ...)

... in Japan

von Noritaka Minami

Der Nagakin Capsule Tower in Tokio wurde 1972 nach dem Entwurf des Architekten Kisho Kurokawa gebaut und ist das erste Mikroappartementgebäude Japans

mehr


Erde, wie geht's? (Die Welt von morgen)

Nicht-Rauchen lohnt sich

Eine Kurznachricht aus Japan

mehr


Heiße Zeiten. Wie uns das Klima verändert (Die Welt von morgen)

Zehntausende Hundertjährige

Eine Kurznachricht aus Japan

mehr


Körper (Die Welt von morgen)

Prius wird Primus

Eine Kurznachricht aus Japan

mehr


Treffen sich zwei. Westen und Islam (Weltreport)

Planschen mit dem Nachbarn

von Anke Hoffmann

Wie ein japanisches Kunstfestival in einer Wohnsiedlung Anwohner, Künstler und Besucher zusammenbringt

mehr


Unterwegs. Wie wir reisen (Die Welt von morgen)

Grünes Licht für Babyklappe

Eine Kurznachricht aus Japan

mehr