Trollstigen in Norwegen

von Ken Schluchtmann

Ich und die Technik (Ausgabe IV/2015)

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Der Trollstigen in der Nähe von Åndalsnes, Norwegen. Foto: Ken Schluchtmann


Dieser Ort hat mein Leben verändert. 1997, während meines Jurastudiums, kam ich das erste Mal nach Norwegen an den Trollstigen, „die Stiege der Trolle“, eine Serpentinenstraße in Westnorwegen. Früher war sie gefürchtet, weil angeblich dort Trolle ihr Unwesen treiben sollten. Heute führt die Straße zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte des Landes: Am Ende eines Hochtals hat man einen spektakulären Blick auf die steilen, zerklüfteten Berge. Die Schönheit Norwegens hat mich so beeindruckt, dass ich mein Studium abbrach und eine Ausbildung zum Fotografen anfing.

Seit einigen Jahren baut die norwegische Regierung im ganzen Land rund 250 sehr moderne Rastplätze und Aussichtsplattformen. Darunter ist auch die Touristenroute an den Trollstigen, die das Osloer Architekturbüro Reiulf Ramstad entworfen hat. Es gibt zwei Aussichtsterrassen, von denen eine im Bild zu sehen ist, ein Besucherzentrum und ein Restaurant. Von der Plattform aus blickt man 500 Meter in die Tiefe. Ich fotografiere auf der ganzen Welt Bauten von Architekten, aber diese Konstruktion beeindruckt mich besonders. Und trotz der vielen Besucher ist es für mich immer noch ein langsamer Ort: Man ist dem Himmel sehr nah. Wenn die Wolken plötzlich aufreißen, blickt man auf die Berghänge und ist auf einmal ganz auf dieser Welt.

Protokolliert von Rosa Gosch



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