Eine Joggerklingel

Ich und die Technik (Ausgabe IV/2015)


Stellen Sie sich vor, Sie wollen etwas für Ihre Fitness tun. Eigentlich gehen Sie ja gerne joggen, doch die überfüllten Gehwege in Ihrer Stadt verderben Ihnen die Lust am Laufen. Ausweichen, überholen, stehenbleiben: Joggen verkommt in der Großstadt schnell zu einem Slalomlauf. Doch dem gestressten Jogger kann nun geholfen werden: mit der Runbell, einer Fahrradklingel für die Hand. Mithilfe zweier Metallringe wird sie an Mittel- und Ringfinger befestigt. Zieht man mit dem Daumen an der daran befestigten Feder und lässt diese los, ertönt ein überraschend lautes Klingeln. Die in Tokio gefertigte Klingel ist in Gold- oder Kupferoptik erhältlich, 81 Gramm schwer und es gibt sie als Damen- und als Herrenmodell.

Bei meinem persönlichen Testlauf mit der Runbell in Berlin nahte das erste Hindernis schon nach wenigen Metern. Ein alter Mann und sein Hund schlenderten gemächlich vor mir her, als der schrille Klang sie dazu aufforderte, Platz zu machen. Es funktionierte: Der Herr machte einen Schritt zur Seite. Allerdings schaute er etwas erstaunt, da er wohl mit einem rasenden Fahrradfahrer gerechnet hatte. Die Kinder, die ich mit der Klingel beim Fußballspielen störte, erschreckten sich kurz, schienen das Accessoire dann aber „cool“ zu finden. Die Runbell erweist sich als ausgefallenes und funktionales Jogging-Gadget. Selbst wenn viele Spaziergänger unterwegs sind, bekommt man stets freie Bahn. Die verdutzten Reaktionen der Leute muss man in Berlin – anders als in Tokio, wo schon einige Jogger mit der Runbell unterwegs sind –allerdings in Kauf nehmen. An klingelnde Radfahrer ist man gewöhnt, an klingelnde Jogger noch nicht.

Die Runbell gibt es für 25 US-Dollar (rund 22 Euro): www.run-bell.com



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