Deutschland – Holland

von Gudrun Czekalla

Menschen von morgen (Ausgabe I/2009)


„Vom Feind zum Partner“, so lässt sich die jüngste Geschichte der deutsch-niederländischen Kulturbeziehungen charakterisieren. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern erfolgte schrittweise im Wechselspiel zwischen kultureller, politischer und wirtschaftlicher Entwicklung. Basis dafür waren die erfolgreichen kulturellen Kontakte der 1920er-Jahre, an die sich 1945 anknüpfen ließ. Erst mit dem offiziellen Kulturabkommen, das nach langwierigen Verhandlungen 1961 abgeschlossen wurde, kamen die staatlichen Kulturbeziehungen in Gang. Die Geschichte der deutsch-niederländischen Kulturbeziehungen erfolgte somit in vier Perioden: Die 1960er und 70er-Jahre waren durch den Aufbau der Mittlerorganisationen, der institutionellen Basis und der Euroregionen gekennzeichnet. Die 1980er-Jahre standen im Zeichen der Internationalisierung der bilateralen Kulturbeziehungen und der „Festivalisierung“. In den 1990er-Jahren standen Kulturprojekte mit den neuen Bundesländern und eine Stärkung der Regionalisierung im Vordergrund. Berlin ist heute, ähnlich wie in den 1920er Jahren, kultureller Anziehungspunkt für niederländische Künstler und Kulturschaffende.

Die Entwicklungen der kulturellen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart. Wolfgang Schanze. Frankfurt am Main: Lang, 2008. 240 Seiten.



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