Schöne neue Welt

Menschen von morgen (Ausgabe I/2009)


Das war ein Rennen gegen Rasse, Religion, Minderheiten, Immigrantenrechte und die Frage, wie amerikanisch man sein muss, um das höchste Amt der Welt anzustreben. Die Amerikaner haben sich für einen farbigen Präsidenten entschieden – nicht nur im Hinblick auf die Schattierung seiner Haut. Obama bekennt Farbe im Verhalten, Reden, in seinen Schwerpunkten, Träumen, seinem Auftreten und in der Handhabung der heiklen Themen, die ihm in den Weg gelegt wurden.
VANGUARD (Lagos) vom 07.11.2008

Einen schwarzen Mann ins Weiße Haus zu setzen, ist für Amerika eine atemberaubende Leistung, denn sie beweist, dass Millionen Wähler in diesem Jahr den Menschen gesehen haben und nicht seine Rasse. Diese ernsthafte Unterstützung des Multikulturalismus wird Amerikas angeschlagenes Image im Ausland verbessern. Ein Zeichen für die Welt, dass vielleicht – und das ist zugegebenermaßen ein großes Vielleicht – bessere Dinge zu erwarten sein werden von dieser Supermacht.
THE DAWN (Islamabad) vom 06.11.2008

Für Afrika und die gesamte schwarze Rasse stellt Barack Obama die Rehabilitierung unserer Menschlichkeit dar. Er ist der Beweis, dass mit uns alles in Ordnung ist. Er zeigt, dass unser mangelnder Erfolg nicht darauf beruht, dass Dummheit in unseren Genen steckt, sondern darauf, dass wir nicht gewagt haben, Träume zu träumen, die groß genug sind.
THE DAILY NATION (Nairobi) vom 06.11.2008

Mit Obama kommt ein bisschen Süden und Leid in die nördliche Hauptstadt. Mit Obama kommt viel von unserer gemischten Welt in das höchste Amt. Klingt das unbedarft, virtuell, hypothetisch? Vielleicht. Aber für eine Stunde, für einen Tag muss man daran glauben. Muss man versuchen zu glauben, dass zum ersten Mal die Neue Welt ihren Namen verdient.
Laurant Joffrin in LIBÉRATION (Paris) vom 05.11.2008



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