... im Sudan

von Enikö Nagy

Innenleben. Ein Heft über Gefühle (Ausgabe III/2013)


Dieses Haus steht in den sudanesischen Nuba-Bergen. Es gehört Kav Yasin Gabraddar, dem Oberhaupt des Dorfes Dgag. Auf engen Pfaden muss man den Felsrücken hinaufklettern, um zu den für die südöstlichen Hügel des Gebirges typischen Häusergruppen aus Lehm zu gelangen. Ein schmaler Eingang führt an Sitzbänken aus gestampfter Erde vorbei in einen Wohnbereich mit Feuerstelle.

Als Möbel genügen mit Lederstreifen bespannte hölzerne Sitzgelegenheiten, denn das Leben der Bewohner spielt sich überwiegend im Freien ab. Der Wohnbereich wird von fünf zylinderförmigen Räumen umschlossen. In einem davon sind ein Mahlstein und andere Haushaltsgegenstände wie Kalebassen, Schalen und geflochtene Körbe untergebracht, ein weiterer dient als Kornspeicher. Die drei Schlafzimmer haben einen hüfthohen Eingang, damit kein Ungeziefer oder Haustier die Nachtruhe stört. Denn abends werden junge Kälber, Hühner und Ziegen mit ins Haus eingeschlossen - das macht es schön warm und dient dem Schutz der Tiere.



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