Die Kraft des Kulturschocks

Menschen von morgen (Ausgabe I/2009)


Künstler schwierig, man wird high und verliert an Kreativität“, sagt Kim Young-Hee. In ihrer Heimat Seoul entsteht zurzeit ein Museum für das Werk der 64-Jährigen. Die Malerin, Bildhauerin, Fotografin und Schriftstellerin lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Sie hat dem Ruhm den Rücken gekehrt, um der Liebe nach Bayern zu folgen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem „kalten Wetter und der kalten Gesellschaft“ wandelte sich der Kulturschock in einen Kraftschub. Ihre Kunst begann sich auch in Deutschland zu verkaufen. Nach zehn Jahren stellte sie erstmals wieder in Korea aus – und hatte großen Erfolg. Sie führt das auf handwerkliches Können zurück und darauf, dass ihr Herz in den Werken stecke. Der Bau ihres Museums ehrt sie natürlich, aber: „Niemand kann das Glück zu mir bringen, auch das Museum nicht. Und Stolz schadet der Kunst.“ In Deutschland genießt sie den normalen Alltag im 3.700-Seelen-Ort Penzing, wo niemand sie als etwas Besonderes behandelt. „Ein Künstler muss jeden Tag frisch die Augen aufmachen und neu anfangen.“



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