Das Obere Dolpo im Himalaya

von Martin Hoffmann

Menschen von morgen (Ausgabe I/2009)


Das Dolpo ist einer der isoliertesten Orte der Welt und das höchste besiedelte Gebiet Nepals. Im Nordwesten an der Grenze zu Tibet liegt diese Hochgebirgsregion des Himalaya, umgeben von 6.000 bis 7.000 Meter hohen Gebirgsketten. Das Dolpo ist nur über 5.000 Meter hohe Pässe zu Fuß erreichbar. Bevor es vor mehr als hundert Jahren Teil Nepals wurde, gehörte es zu Tibet und bis heute hat sich im Dolpo eine archaische tibetisch-buddhistische Kultur mit zutiefst religiösen Menschen erhalten. Der Dolpo-Dialekt basiert auf dem Tibetischen, auch die tibetische schriftsprache wird benutzt. Weil der Zugang nach Tibet einfacher ist als der Weg nach Nepal, ziehen auch heute noch die Männer des Dolpo mit ihren Yak-Karawanen nach Tibet, um Handel zu treiben. Im Dolpo selbst gedeihen nur Gerste, spinat und Kartoffeln.

Das Bild zeigt das Kloster Namgung auf etwa 4.300 Metern Höhe. Hier steht der Thron des Dolpo Tulku, der jungen Reinkarnation des Dolpo lamas Nyinchung Rinpoche. Als Junge hatte er im Tharap-Tal im Dolpo Tiere gehütet, bevor er mithilfe seines Großvaters weglief, um Mönch zu werden. In einem Kloster in Kathmandu wurde er als Reinkarnation erkannt und zur Ausbildung nach Südindien in ein großes tibetisches Kloster geschickt. Nach 16 Jahren kehrte er im sommer 2008 in die fremd gewordene Heimat zurück, um den Thron seiner Klöster in Dho Tarap, Namgung und Saldang zu besteigen. Seine Rückkehr wurde von den Menschen des Dolpo sehnlichst erwartet.



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