Warme Wohnhöhle

Im Dorf. Auf der Suche nach einem besseren Leben (Ausgabe II/2012)


Dieses Haus steht im Bezirk Yulin in der nordchinesischen Provinz Shaanxi. Es ist ein Höhlenhaus, yaodong genannt. Seine Bewohner hält es im Sommer kühl und im Winter warm. Früher wurden die Yaodongs in das Tongestein des Lössplateaus gegraben und die Mehrzahl der Anwohner lebte darin. Sogar Mao soll nach dem Ende des „Langen Marsches“ in einem nahe gelegenen Höhlenhaus untergekommen sein. Heute pflegen nur noch etwa 300.000 meist ältere Chinesen rund um das Plateau diese Wohnform. Die wohlhabenderen leisten sich Yaodongs aus Stein und Zement wie das Haus auf dem Bild. Es besteht aus zwei Zimmern, einem zum Kochen, Wohnen und Schlafen und einem Lagerraum. Im hinteren Teil des Wohnraums steht ein Bett aus Ziegeln (kang), daneben der Herd. Seine Wärme wird unter das Bett geleitet, in dem die ganze Familie schläft, bei Bedarf auch Gäste. Hier wohnt ein Bauer mit seiner Frau und drei Kindern, einem Jungen und zwei Mädchen. Da die chinesische Geburtenpolitik den Bewohnern von Shaanxi höchstens zwei Kinder gestattet, ist das zweitgeborene Mädchen nicht bei den Behörden registriert.

John James Kennedy ist Professor für Politikwissenschaft an der University of Kansas.

Mitarbeit: Yaojiang Shi.



Ähnliche Artikel