Wie wir sterben

Vom Sterben. Ein Heft über Leben und Tod (Ausgabe IV/2012)


Die fünf häufigsten Todesursachen sind: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Krebserkrankungen, Atemwegserkrankungen und Unfallfolgen.

In Deutschland sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und an Krebs.

In Entwicklungsländern sind Infektionen, vor allem Tuberkulose, Malaria und Aids, die Haupttodesursache.

Die Lebensspanne hat sich im Weltdurchschnitt von Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute von 47,7 Jahren auf 67,9 Jahre verlängert. Ausnahmen bilden afrikanische Länder südlich der Sahara und Russland, wo die Lebenserwartung seit 15 Jahren stark rückläufig ist. Schuld daran sind Infektionskrankheiten wie Aids und Tuberkulose und, vor allem in Russland, ein erodierendes Gesundheitssystem.

Die höchste geschätzte Lebenserwartung haben Menschen in Monaco (89,7 Jahre), gefolgt von Macao (84,4 Jahre) und Japan (83,9 Jahre). Die niedrigste Lebenserwartung haben Menschen im Tschad (48,7 Jahre), in Guinea-Bissau (49,1 Jahre) und in Südafrika (49,4 Jahre).

Infektionen und parasitäre Krankheiten machen in Entwicklungsländern 34 Prozent aller Todesfälle aus, in den Industrieländern dagegen nur etwa zwei Prozent.

Die höchste Zahl an Aids-Toten hat Südafrika. 2009 starben dort nach einer Schätzung 310.000 Erwachsene und Kinder an den Folgen der Immunschwächekrankheit. In Deutschland waren es im gleichen Jahr 1.000 Aids-Tote.

Auf 1.000 lebend geborene Kinder kommen in Afghanistan 122,6, die innerhalb des ersten Lebensjahres sterben. In Deutschland sind es 3,5. Fast jedes zehnte Neugeborene stirbt in Entwicklungsländern vor seinem ersten Geburtstag. Die meisten Todesfälle im Säuglingsalter könnten mit geringem medizinischen Aufwand wie Impfungen vermieden werden.

Auf 100.000 lebend geborene Kinder kamen 2010 im Tschad 1.100 Mütter, die an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt gestorben sind. In Deutschland lag die Müttersterblichkeit im gleichen Jahr bei sieben Frauen pro 100.000 lebend geborenen Kindern. Die häufigsten Ursachen für Müttersterblichkeit sind schwere Blutungen, Infektionen sowie unsachgemäße Schwangerschaftsabbrüche. Frauen sterben häufig auch, weil sie für eine Geburt noch zu jung oder aufgrund vieler Geburten geschwächt sind.

Jedes Jahr töten sich weltweit etwa eine Million Menschen selbst. Das entspricht einem Suizid alle 40 Sekunden. Damit sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Gewalttaten oder kriegerische Auseinandersetzungen. Suizid ist die zehnthäufigste Todesursache. Männer bringen sich weltweit dreimal häufiger um als Frauen, aber Frauen versuchen es zwei- bis dreimal häufiger als Männer.

Auf 100.000 Männer kommen in Litauen 61,3, die sich das Leben nehmen, in Russland 53,9 und in Belarus 48,7. Diese Länder haben die höchsten Selbstmordraten. Islamisch geprägte Länder haben vergleichsweise niedrige Selbstmordraten.

Im letzten Jahr wurden in Deutschland 860.500 Bestattungen vorgenommen, davon 49,5 Prozent Erdbestattungen und 50,5 Prozent Feuerbestattungen, worunter allerdings auch circa 2,5 Prozent Seebestattungen gezählt werden. Weltraumbestattungen finden pro Jahr drei- bis fünfmal statt. Insgesamt sind circa fünf Prozent anonyme Bestattungen. In Kanada lag die Rate der Feuerbestattungen 2010 bei 58,17 Prozent.

Die Bestattungskosten für einen Erwachsenen lagen in den USA im Jahr 1960 bei 708 US-Dollar, im Jahr 2009 bei 6.560 US-Dollar.

Zusammengestellt von Karola Klatt und Julia Klein

Quellen: CIA-Factbook, World Health Organization, Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Bundesverband Deutscher Bestatter e.V., National Funeral Directors Association.



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