... in Island

von Kai Schnier

Was machst du? Wie Menschen weltweit arbeiten (Ausgabe II/2013)


In diesem Haus im Süden Islands, ungefähr 60 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavík entfernt, wohnt der isländische Künstler Hannes Lárusson. Das Haus ist ein sogenannter Torfhof, auf Isländisch "Torfbær". Nachdem die Wikinger die dicht bewaldete Insel Island um das Jahr 900 erst entdeckt und dann gerodet hatten, diente Torf als Ersatzmaterial für das immer knapper werdende Holz. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren Torfhöfe typisch für Island. Sie bestehen aus einem Steinfundament, einem Holzgerüst und mehreren Lagen Torf, die das Gebäude sehr gut gegen das arktische Klima der Insel isolieren.

Mit der Industrialisierung kam neben den Naturmaterialien auch Wellblech als Baustoff hinzu. Das Herz des Hauses ist das größte Zimmer, die "Baðstofa" (Bild unten) - eine Mischung aus Schlaf- und Esszimmer. Gut erhaltene Torfhöfe werden heute vielerorts als Ferienhäuser vermietet. Hannes Lárusson hingegen lebt noch immer in dem Haus seiner Kindheit, das im Jahr 1895 erbaut wurde. Er möchte das Wissen über die Geschichte und Bauweise der Höfe weiterverbreiten, denn er ist überzeugt, dass die modernen isländischen Architekten noch einiges von der naturnahen Bauweise seines Heimathauses lernen können.



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