Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Für Mutige. 18 Dinge, die die Welt verändern (Ausgabe IV/2013)

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Foto: Max Lautenschläger


Die Welt verändert sich ständig. Angeblich verdoppelt sich das Weltwissen inzwischen bereits alle fünf Jahre. Rasant wächst aber vor allem die Menge an Informationen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Welt auch klüger wird.
Aber Menschen haben immer wieder gute Einfälle und erfinden erstaunliche Gegenstände. Wir beschäftigen uns in diesem Heft mit „neuen Dingen“, mit Produkten und Ideen, von denen wir glauben, dass sie in naher Zukunft die Welt verändern könnten.

Warum ist es so schwer, Menschen weltweit mit den notwendigsten Medikamenten zu versorgen, während es Coca-Cola schafft, fast alle Orte der Erde mit Limonade zu beliefern, fragte sich der Brite Simon Berry und gründete das Projekt „ColaLife“, das Medizin in Getränkekisten ausliefert.

Bei der Auswahl der „18 Dinge, die die Welt verändern“ haben wir uns von der Frage leiten lassen, welche Neuheiten international kompatibel sind, ob sie sich an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Kulturen ausbreiten könnten. Wie etwa die Idee der Kreislaufwirtschaft, die der Friedensnobelpreisträger Mohan Munasinghe aus Sri Lanka erklärt. Es geht um nicht weniger als darum, die Herstellungsprozesse für alle Produkte noch einmal neu zu erfinden. Fabrikabfälle könnten in Zukunft in großem Maß als Material erneut verwendet werden. Und alle Produkte entweder repariert, recycelt, wiederverwertet oder nachgerüstet werden.

Wir haben Wissenschaftler und Experten – Molekulargenetiker, Ökonomen, Ingenieure – gebeten, uns Entwicklungen aus ihren Fachgebieten zu erklären. Dass es gerade 18 Dinge geworden sind, ist purer Zufall: Zwanzig hatten wir recherchiert, zwei hielten dann doch nicht, was sie versprachen. Nicht alle vorgestellten Erfindungen werden die Welt verbessern. Manche sind genial, andere gruselig – wie das genetisch perfekte Baby aus den Fertility Institutes in Los Angeles oder die Robocop-Brille mit eingebauter Gesichtserkennung, die als „Sicherheitsmaßnahme“ bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien zum ersten Mal zum Einsatz kommen soll.

Die dänische Autorin Janne Teller schreibt in ihrem Einleitungsessay über unser „inneres ethisches Barometer“, darüber, ob wir das, was wir tun und neu entwickeln, auch wirklich richtig finden. Möglicherweise ist das die nächste Revolution: etwas auch lassen zu können.



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