Ankunft der Monarchen

von Alfredo Carrera López

Für Mutige. 18 Dinge, die die Welt verändern (Ausgabe IV/2013)

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Ein Monarchfalter. Jedes Jahr im Oktober fallen die Schmetterlinge in großen Schwärmen in Zentralmexiko ein. Foto: Thinkstock


Sie leuchten orange, die Männchen sind etwas dunkler, die Weibchen heller. Die Monarcas, Monarchfalter, sind wunderschöne Schmetterlinge. Jedes Jahr Ende Oktober, um den Tag der Toten herum, fallen sie in großen Schwärmen in Zentralmexiko ein. Sie suchen ihre Winterquartiere in den baumbestandenen Höhen der Vulkanberge der Sierra Nevada.

Ich weiß noch, wie ich als Kind zum ersten Mal einen dieser Falter sah. Normalerweise sind sie scheu und fliegen davon, wenn man sich ihnen nähert. Doch dieser verwechselte mich wohl mit einem Baum und setzte sich auf meine Schulter. Ich ging weiter und sah plötzlich einen riesigen Schwarm von ihnen hoch oben in den Bäumen. Millionen Falter verbringen die Wintermonate in mehreren Kolonien in den Kiefern- und Tannenwäldern im Bundesstaat Michoacán. Regungslos und in Trauben zusammengeballt schützen sie sich gegenseitig vor Wind und Kälte. Wenn die Sonne hervorkommt, flattern sie umher.

Sind die Flügel ausgebreitet, erinnert die Zeichnung der Schmetterlinge an ein Kindergesicht. Einige mexikanische Indigene glauben deshalb, bei den Wanderfaltern handele es sich um Seelen toter Kinder, die in die Heimat ihrer Vorfahren zurückkehren. Heute haben die Falter vor allem eine wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Die UNESCO hat die Überwinterungsplätze der Monarchfalter zum Weltnaturerbe erklärt und Touristen kommen alljährlich in die Schutzgebiete, um die Ankunft der Schmetterlinge aus den USA und Kanada zu beobachten. Die Bewohner von Michoacán sind so stolz auf ihre Monarchfalter, dass sie der Fußballmannschaft der Hauptstadt Morelia vor ein paar Jahren den Spitznamen „Monarcas“ verpasst haben.



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