Chinas Außenpolitik

Gudrun Czekalla

Freie Zeit. Was Menschen tun, wenn sie nichts zu tun haben (Ausgabe IV/2009)


Chinas Aufstieg zur Supermacht im 21. Jahrhundert wird meist an seiner wirtschaftlichen und politischen Entwicklung festgemacht. Die außenkulturpolitische Dimension wird dabei oft außer Acht gelassen. Lässt sich das Konzept von Soft Power, das Joseph Nye am Beispiel der Vereinigten Staaten entwickelt hat, für die chinesische Politik und Kultur nutzbar machen? Worin muss sich chinesische Soft Power vom amerikanischen Modell unterscheiden? Diesen und anderen Fragen geht Sheng Ding in seiner Dissertation nach. Er setzt sich mit dem konzeptionellen Rahmen von Nyes Ansatz auseinander und prüft die theoretischen und empirischen Bezüge zum modernen China. Er beschreibt die Ressourcen für Chinas Soft Power, deren historische Entwicklung und ihre Rolle im Modernisierungsprozess. Sheng Ding macht deutlich, dass ein wesentliches Element der chinesischen Soft Power in seiner kulturellen Attraktivität für andere Staaten und ethnische Gruppen besteht. Weitere Schwerpunkte seiner Untersuchung bilden die Sprachverbreitungspolitik Chinas, die Beziehungen zu Ostasien, Afrika und Lateinamerika sowie Chinas nationale Imagebildung durch Soft Power. (Cz)

The dragon’s hidden wings. How China rises with its soft power.
Von Sheng Ding. Lexington Books, Lanham/MD, 2008. 199 Seiten.



Ähnliche Artikel

Atatürks Erben. Die Türkei im Aufbruch (Köpfe)

Es klingt, als würde man jemanden verhauen

Die deutsche Band „Wir sind Helden“ singt jetzt Chinesisch

mehr


Toleranz und ihre Grenzen (In Europa)

Wie Konfuzius Europa erobert

von Falk Hartig

China geht auch in der Auswärtigen Kulturpolitik eigene Wege: bei der Gründung neuer Kulturinstitute setzt das Reich der Mitte auf die Anpassungsfähigkeit der Europäer

mehr


Unterwegs. Wie wir reisen (Die Welt von morgen)

Digitale Überwachung

Eine Kurznachricht aus China

mehr


Was vom Krieg übrig bleibt (Bücher)

„Keine Institution kann so viele Titel zensieren“

ein Gespräch mit Wu Shulin

KULTURAUSTAUSCH sprach mit Wu Shulin, Vizeminister der chinesischen Hauptverwaltung für Presse und Verlagswesen, über das Interesse Chinas an internationalen Titeln

mehr


Körper (Thema: Körper)

Das kultivierte Leiden

von Sander L. Gilman

Wie Gesellschaften Krankheitsbilder hervorbringen

mehr


Frauen, wie geht's? (Thema: Frauen)

Gestörte Harmonie

von Astrid Lipinsky

Von Chinas Aufstieg profitieren auch die Frauen. Doch der Männerüberschuss im Land bringt neue Probleme

mehr