Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Beweg dich. Ein Heft über Sport (Ausgabe I/2014)

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Foto: Max Lautenschläger


Rudern, Reiten oder Rugby? Welche Sportarten wir lieben, liegt oft in der Familie, wird von Vätern, Müttern oder älteren Geschwistern an uns weitergegeben. Eine wichtige Rolle spielt aber auch, wo wir leben. Cricket wird in jenen Ländern gespielt, die einst zum Britischen Empire gehörten. Anderswo kann man dem Feldspiel hingegen wenig abgewinnen. Menschen überall auf der Welt treiben seit Jahrtausenden Sport. In allen Kulturen gibt es Ballspiele, Wettkämpfe, Rennen. Warum ist das so? „Der Mensch hat einen Drang zu spielen“, sagt der amerikanische Sportwissenschaftler Scott Kretchmar. Zudem sei Sport auch bei der Partnerwahl entscheidend, denn „beim Sport können Männer ihre Leistungsfähigkeit zur Schau stellen“.

Permanent leistungsfähig sein – dieses Ideal ist längst vom Sport in andere Lebensbereiche geschwappt. Die Motivationsvokabeln in Management-Seminaren entstammen meist der Welt des Sports: Du schaffst es. Der Beste wird gewinnen. Sie müssen Ihr Team hinter sich bringen.

Und was braucht der aktive, dynamische Leistungsträger noch? Richtig: einen durchtrainierten Körper. Bilder vom perfekten Körper seien in der heutigen westlichen Kultur allgegenwärtig, schreiben die niederländischen Sportsoziologen Ivo van Hilvoorde und Niek Pot: „Fit, gesund und schlank zu sein ist zu einer Bürgerpflicht geworden.“

Zum Glück bleibt ebenso wahr, dass im Bewegen des Körpers ein großer Genuss, eine Freude am Dasein liegt, „eine einfache freundschaftliche Herausforderung zwischen Körper und Seele“, wie es der französische Autor Wilfried N’Sondé nennt.

Bald feiert die Welt im russischen Sotschi eins ihrer größten Sportfeste: die Olympischen Winterspiele. In dieser Ausgabe schauen unsere Autoren auf die Kultur des Sports, etwa in Mexiko, Dagestan oder der Mongolei. Sie denken darüber nach, was die Globalisierung mit dem Sport macht und warum wir uns immer noch über schwarze Skifahrer wundern. Wir aber schalten die Rechner aus und gehen unserem Drang nach, zu spielen.



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