Die beliebtesten Fernsehserien in Argentinien

Menschen von morgen (Ausgabe I/2009)


1 Son de fierro – „Wahre Freunde“: 2.429.000 Zuschauer
 
2 Por amor a vos – „Aus Liebe zu dir“: 2.226.000 Zuschauer
 
3 Socias – „Anwältinnen“: 1.916.000 Zuschauer
 
4 Mujeres asesinas – „Mörderinnen“: 1.868.000 Zuschauer
 
5 Vidas robadas – „Geraubte Leben“: 1.481.000 Zuschauer
 
6 Aquí no hay quien viva – „Hier kann keiner leben“: 1.084.000 Zuschauer
 
7 La Bella y la Bestia – „Die Schöne und das Biest“: 968.000 Zuschauer
 
8 Todos contra Juan – „Alle gegen Juan“: 745.000 Zuschauer
 
9 Una de dos – „Eine von zwei“: 638.761 Zuschauer
 
10 Lalola – „Lalola“: 406.000 Zuschauer
 
 
1 Freunde fürs Leben
Seit einiger Zeit bevölkern „gewöhnliche“ Figuren das argentinische Fernsehen. Schon länger gab es Serien mit Boxern, Taxifahrern, Müllmännern, Pförtnern – und jetzt auch mit Fleischern. Martín Fierro heißt die Hauptfigur von „Son de Fierro“, dargestellt vom uruguayischen Schauspieler Osvaldo Laport. Der Name der Figur spielt auf den legendären Helden der argentinischen Literatur an: den Gaucho Martín Fierro. Auch das Leben von Fleischer Fierro birgt jede Menge Konfliktstoff. Mit seiner Frau versteht er sich nicht mehr so gut, die beiden Söhne (einer davon ist blind) streiten sich um dasselbe Mädchen und Fierro verliebt sich in eine sehr viel jüngere Frau. Eines ist sicher: Bei seinen Versuchen, eine neue Familie zu gründen, schauen ihm die Zuschauer gern zu.
 
 
4 Frauen, die morden
Die Fernsehserie basiert auf wahren argentinischen Kriminalfällen. Seit drei Jahren hält der Erfolg der wöchentlich ausgestrahlten Sendung an. Argentiniens beliebteste Schauspielerinnen schlüpften in die Rolle todbringender Frauen: Nacha Guevara spielte Yiya Murano, eine Betrügerin, die sich von ihren besten Freundinnen Geld leiht. Fordern diese ihr Geld zurück, werden sie von Yiya mit Zyankalitörtchen vergiftet. Dolores Fonzi stellte Claudia Sobrero dar, die den populären Comiczeichner Lino Palacios und seine Frau so brutal ermordete, dass sie als bisher einzige Frau in Argentinien zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Die schaurigen Episoden sind mit kinoreifen Einstellungen so gedreht, dass es den mehrheitlich männlichen Zuschauern heiß und kalt über den Rücken läuft.
 
 
10 Aus Lalo wird Lola
In den vergangenen fünf Jahren hat sich Buenos Aires zur schwulenfreundlichen Metropole auf dem südamerikanischen Kontinent entwickelt - eine Tatsache, die auch an den Fernsehserien nicht spurlos vorbeigeht. „Lalola“ erzählt die Geschichte von Lalo, Direktor eines Revuetheaters und Frauenheld. Eines Tages wird er von einer enttäuschten ehemaligen Geliebten verhext. Lalo ist auf einmal die sexy Lola. Nach der Verwandlung gibt er sich als seine Cousine aus und führt das Theater weiter. Die argentinische Schauspielerin Carla Peterson schafft es in der Rolle der Lola meisterhaft, die Gestik eines Mannes, der in einem Frauenkörper gefangen ist, darzustellen. Am Ende will Lola nie mehr ein Mann sein und verliebt sich sogar in einen Mann. Vergangenes Jahr wurde die Serie mit dem argentinischen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Quelle: www.television.com.ar auf Grundlage von Erhebungen der Firma Ibope. Die Statistik gibt die durchschnittlichen Zuschauerzahlen pro Ausstrahlung im ersten Halbjahr 2008 an.
 
Zusammengestellt von Leandro Uría, Redakteur der argentinischen Tageszeitung La Nación


Aus dem Spanischen von Timo Berger



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