Auswärtige Kulturpolitik

Gudrun Czekalla

Ganz oben. Die nordischen Länder (Ausgabe I/2008)


Die Alliance Française gilt als Begründerin der modernen französischen Kulturdiplomatie. 1883 wurde sie als „Association nationale pour la propagation de la langue française dans les colonies et à l’étranger“ von Paul Cambon und Pierre Foncin gegründet. Ferdinand de Lesseps, Louis Pasteur, Ernest Renan, Jules Verne und Armand Colin gehörten zu den ersten Mitgliedern des Verwaltungsrats. Die Alliance Française setzte von Anfang an auf Instrumente der außenkulturpolitischen Arbeit, die auch heute noch aktuell sind: Vortragsreisen, Bibliotheken, Büchersendungen, Sprachschulen und Sprachkurse. Darüber hinaus baute sie in der ganzen Welt Ortskomitees bestehend aus frankophilen Ausländern auf. Heute verfügt die Alliance Française über ein Netz von mehreren Tausend Ortskomitees in 129 Ländern. So entwickelte sie sich zu einem exzellenten Instrument der Verbreitung der politischen und kulturellen Werte Frankreichs und zeigte sich, nach Meinung des Autors, auch gegenüber nationalistischen Bestrebungen als Garant für die Freundschaft zwischen Frankreich und den Frankophilen im Ausland. Nicht von ungefähr ist die Alliance auch heute noch ein wichtiger Akteur im Rahmen der internationalen französischen Kulturbeziehungen. (Cz)

La politique culturelle française et la diplomatie de la langue. L’Alliance Française (1883-1940). Von François Chaubet. Paris: L’Harmattan, 2006. 321 Seiten.



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