Geschichten aus der Heimat

Zweifeln ist menschlich. Aufklärung im 21. Jahrhundert (Ausgabe IV/2011)


Stattdessen sehe man sie als Türken, Afrikaner oder Osteuropäer, klagt der Berliner Regisseur. Um dem entgegenzuwirken, gründete er 2010, zusammen mit dem Spanier Iván López Tomé, das Projekt „Heimat hat keinen Plural“. In zehn- bis zwanzigminütigen Interviews berichten Migranten, was sie nach Deutschland brachte, ob sie sich in die Gesellschaft integriert fühlen und was für sie Heimat bedeutet. Die Eritreerin Freweyni erzählt zum Beispiel, wie sie als 14-jährige Asylbewerberin mit ihrer Mutter und den vier Geschwistern in einem Altersheim untergebracht wurde, weil niemand auf ihre Ankunft vorbereitet war. Durch die Darstellung individueller Wünsche und Hoffnungen sollen die Geschichten Stereotype überwinden und das vielschichtige Thema Integration zugänglicher machen. „Menschen, die nebeneinander leben“, ist Gerritzen überzeugt, „müssen auch lernen, einander zuzuhören.“

Die Videobeiträge können im Internet gehört werden unter: heimat-hat-keinen-plural.de



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