Puppenmutter

Das Deutsche in der Welt (Ausgabe IV/2010)


„Gerade die, die uns Böses tun, müssen wir zu uns zurückholen“, sagt die Puppenspielerin Heike Kammer. Sie ist Mitglied der Peace Brigades International und hat in Chiapas im Süden Mexikos Stücke inszeniert, die den Menschen helfen sollen, Feindbilder zu überwinden. In diesem Krisengebiet gibt es viele gewalttätige Auseinandersetzungen in den Dörfern und innerhalb von Familien. Teilweise wurden die Konflikte von der mexikanischen Regierung gezielt geschürt, um die Einheit der indigenen Bevölkerung nach dem Aufstand der sogenannten Zapatisten 1994 zu untergraben. Mit ihren handgefertigten Tierpuppen, Hasen, Ratten oder Mäusen, schafft Heike Kammer Distanz zum Geschehen und kann doch genau das darstellen, was die Menschen täglich erleben. Die Tiere zeigen, wie man nach einem Streit wieder zusammen finden kann und unterstützen so diejenigen, die sich in ihrem Dorf für Versöhnung einsetzen. Im kommenden Winter schickt Heike Kammer ihre Puppen wieder auf die Bühne in Mexiko und Mittelamerika.



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