Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Das Deutsche in der Welt (Ausgabe IV/2010)

-

Foto: Max Lautenschläger


Es muss nicht immer Hitler sein. Wenn man heute verreist und erzählt, dass man aus Deutschland kommt, fällt den Menschen nicht mehr zwangsläufig das Dritte Reich ein. Auch Fragen nach Franz Beckenbauer haben nachgelassen. Ein Marokkaner bestand kürzlich darauf, ein Abendessen lang über Depressionen – am Beispiel Robert Enkes – und über seine Faszination für „Madame la Présidente“ – Angela Merkel – zu sprechen.

Was anderswo ankommt von uns, von unserer Kultur und Politik, unseren Marotten und Eigenheiten, Stärken und Schwächen, darum geht es in dieser Ausgabe. Wo begegnet man heute dem Deutschen in der Welt? Was bedeutet es dort? Und was bewegt es?

Samson Kambalu aus Malawi erklärt, welche Typen von Entwicklungshelfern er kennt. Der argentinische Autor Marcelo Figueras erzählt, wie er Deutsch lernte, um die Filme von Wim Wenders zu verstehen. Und die Philosophin Angela Grünberg fragt sich, ob es einen „deutschen Klang“ gibt.

Die Geschichte hat viele Spuren des Deutschen in der Welt hinterlassen: in den ehemaligen Kolonien in der Südsee ebenso wie in osteuropäischen Dörfern, in denen deutsche Minderheiten leben. Heute sind es vor allem die Touristen und die „Expats“, die Auswanderer, die unseren Ruf in der Fremde bestimmen. Wie sieht uns die Welt im Jahr 2010? Tiefgründig bis schwermütig. Kooperativ. Und immer noch pünktlich.



Ähnliche Artikel

What? Wie wir fremde Sprachen übersetzen (Bücher)

Zivilgesellschaft

von Renate Heugel

Die zivilgesellschaftlichen Beziehungen von Deutschland und Frankreich wurden von der Forschung bisher kaum erfasst

mehr


Weniger ist mehr. Über das Wachstum und seine Grenzen (Thema: Wachstum)

Verheizte Pinguine

von Ilija Trojanow

Warum wir eine neue Haltung zur Natur brauchen

mehr


High. Ein Heft über Eliten (In Europa)

Kunst gegen das Vergessen

von Fabian Ebeling

Pilsen ist Kulturhauptstadt Europas 2015. Ein Land-Art-Projekt will helfen, die deutsch-tschechische Vergangenheit aufzuarbeiten

mehr


Frauen, wie geht's? (Weltreport)

„Hitler, Merkel, Schumacher“

ein Gespräch mit Fan Rong

Welches Bild die Chinesen von Deutschland haben, erklärt der Germanist Fan Rong

mehr


Das ärmste Land, das reichste Land (Thema: Ungleichheit)

„Ich bin Optimist“

ein Interview mit Moussa Abdoulaye

Wie macht man in einem Krisenstaat Politik?­ Moussa Abdoulaye, Sonderberater des ­Präsidenten, erzählt aus seinem ­Arbeitsalltag

mehr


Heiße Zeiten. Wie uns das Klima verändert (Thema: Erderwärmung)

Großwetterlage

von Richard Weitz

Der Klimawandel verteilt die Ressourcen der Welt neu. Wie Staaten ihre Interessen verteidigen werden – ein Szenario

mehr