Die Seilbahn von Caracas

Freie Zeit. Was Menschen tun, wenn sie nichts zu tun haben (Ausgabe IV/2009)


Als die Häuser der Armenviertel von Caracas 2003 für den Bau einer Verbindungsstraße zur Innenstadt zerstört werden sollten, luden der Architekt Alfredo Brillembourg und sein Partner Hubert Klumpner kurzerhand Architekten, Stadtplaner, Regierungsvertreter und Anwohner in die Universität der Millionenstadt ein, um gemeinsam über Alternativen zu diskutieren. Daraus entstand das Projekt Caracas MetroCable: eine 2,1 Kilometer lange Seilbahn, die über fünf Stationen hinweg täglich 1.200 Passagiere transportieren kann. „Die Leute dachten, wir seien verrückt“, sagt Brillembourg, der trotz der Skepsis der Regierung und der Bewohner der Viertel an seinem Projekt festhielt. Heute, sechs Jahre später, steht es kurz vor der Vollendung. Ein Wermutstropfen jedoch bleibt: Für die ursprünglich geplanten sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Gemeindezentren an jeder Station fehlt das Geld. „Es wäre eine Transformation des gesamten Hügels geworden. Ob diese Verwandlung jemals stattfinden wird, wissen wir nicht“, meint Brillembourg und hofft nun auf Spenden.



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