Public Diplomacy

Gudrun Czekalla

Atatürks Erben. Die Türkei im Aufbruch (Ausgabe IV/2008)


Die Beeinflussung ausländischer Öffentlichkeiten, um eigene Interessen bei einer anderen Regierung durchzusetzen, sehen die Herausgeber als Ziel von Public Diplomacy. Dem gegenüber steht die interne politische Kommunikation, die sich an die eigene Bevölkerung richtet. Das Wechselspiel zwischen beidem lässt sich am Beispiel des Irakkriegs verdeutlichen, ebenso wie die unterschiedlichen Strategien der amerikanischen und deutschen Public Diplomacy hierzu. Die Beiträge zeigen, dass die amerikanische Public Diplomacy deshalb erfolglos blieb, weil es ihr an Dialogbereitschaft, einer einheitlichen Botschaft und an Glaubwürdigkeit mangelte. Der deutschen Public Diplomacy gelang es ihrerseits nicht, ihre Argumente für die Ablehnung des Irakkriegs der amerikanischen Öffentlichkeit zu vermitteln, wenn auch die deutschen Botschaften in London und Washington die amerikanischen Medien und Multiplikatoren durchaus erreichen konnten. Wie die Imagearbeit des Auswärtigen Amts die Vermittlung eines moderneren und vielseitigeren Deutschlandbilds anstrebt, zeigt ein weiterer Beitrag des vorliegenden Bands.

Die amerikanische Regierung gegen die Weltöffentlichkeit? Theoretische und empirische Analysen der Public Diplomacy zum Irakkrieg. Herausgegeben von Thomas Jäger und Henrike Viehrig. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 2008. 273 Seiten.



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