Wie man in Ghana um Verstorbene trauert

von Gerald Asamoah

Was vom Krieg übrig bleibt (Ausgabe I/2007)


Freitags trauert nur die Familie, und es geht sehr ruhig zu. Es ist das so genannte wake keepin’, bei dem auch in der Nacht Totenwache gehalten wird. Samstags kommen dann Gäste, es wird Musik gespielt, allerdings nicht getanzt. Als meine Urgroßmutter starb, kam fast das ganze Dorf. Sie war sehr bekannt gewesen dort, denn sie hatte ein Restaurant im Dorf gehabt. Sie lag nach örtlichem Brauch aufgebahrt auf einem Bett. Man hatte ihr ihren Schmuck angelegt und sie geschminkt.

Die Gäste machen der trauernden Familie Geschenke, meist Schmuck, Kleidung oder Stoffe. Sonntags findet die Beisetzung statt. Die ganze Trauergemeinde geht hinter dem Sarg her, die engsten Familienmitglieder zuerst. Anschließend gibt es ein Fest, bei dem die Gäste zu landestypischer Musik tanzen, für die eine Band engagiert wird. Die jungen Leute tragen häufig Weiß, die übrigen Rot oder Schwarz. Die Familie erhält zu dieser Feier Geldgeschenke. Der Tod des Verstorbenen und die Beisetzung können einige Zeit auseinanderliegen. Wenn die Familien über die nötigen finanziellen Mittel verfügen und ihre Angehörigen längere Reisen unternehmen müssen, um nach Ghana zu kommen, werden die Verstorbenen in Leichenschauhäusern aufgebahrt.



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